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[Vinylfetisch #1] Der Krieg der Welten

Heute startet eine neue Serie, bei der ich einige Favoriten aus meiner Plattensammlung vorstelle. Die Platten müssen nicht unbedingt die seltensten oder wertvollsten sein, sondern welche, mit denen ich etwas Persönliches verbinde, oder die mir eben besonders gut gefallen.
Der Clou dabei ist, dass mein Plattenspieler seit Jahren kaputt ist und ich die Scheiben aus dem Gedächtnis bespreche.

Alles klar? Gut. Den Anfang macht:

DER KRIEG DER WELTEN

Wenn ich den Finger auf drei Ereignisse legen müsste, die den Grundstein für meine Begeisterung für Science-Fiction gelegt haben, dann wären dass:

1. Mein Vater drückt mir den ersten Perry Rhodan Silberband in die Hand.

Er hat früher auch die einzelnen Hefte gesammelt, ist aber aus Platzgründen auf die zusammengefassten Silberbände umgestiegen. Und irgendwann, als ich mal nichts zu lesen hatte, hat er diese an mich weitergegeben. Da war mein Alter wohl gerade zweistellig geworden. Heutzutage hat die „Größte Science-Fiction Serie der Welt“ außer einem schrägen Nostalgiefaktor nur noch wenig, was für sie spricht, aber damals fand ich das alles unglaublich neu und interessant. Habe die Bücher dann quasi geerbt und auch selbst weiter gesammelt, bin aber so bei Nr. 20 oder 25 ausgestiegen.

2. Um bei einer Grillparty vor mir Ruhe zu haben, schieben mir meine Eltern eine Videokassette in den Rekorder.

Darauf war ein Film, den man damals noch „Krieg der Sterne“ nannte. Darüber brauche ich wohl nicht allzu viel zu schreiben, außer vielleicht, dass ich total geflasht war und sich die nächsten Jahre alle Babysitterinnen (haha, ja) mit mir immer und immer wieder „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ ansehen mussten. Lockerer Job.

3. Ich sitze am Wochenende im Wohnzimmer auf dem Boden, höre die „Krieg der Welten“ Schallplatte und blättere fasziniert im Beiheft.

Und an die Bilder aus dem Booklet habe ich auch heute noch die lebhaftesten Erinnerungen. Vor dem roten Polypen hatte ich damals richtig schiss (vor den Dreibeinern natürlich auch). Besonders interessant fand ich auch die Bilder von den unterirdischen Städten, in die sich die Menschen zurückgezogen hatten. Heutzutage würde man sowas wohl Steampunk nennen.
Aber auch die eigentliche Musik hat sich in mein Hirn eingebrannt und von den ersten Tönen des Intros bekomme ich noch heute Gänsehaut. Vermutlich war ich damals etwas zu Jung, um mir das anzuhören. Ich fand es schon sehr unheimlich, aber sowas übt ja, gerade in jungen Jahren, auch eine starke Faszination aus.

Meine Mutter hat dann auch jahrelang auf der Platte gehockt, obwohl sie selbst keinen Plattenspieler mehr besitzt. Ich wollte ihr das Doppelalbum mehrmals abkaufen, aber sie konnte sich lange nicht davon trennen, bis sie es mir dann vor einigen Jahren zum Geburtstag (oder zu Weihnachten) schenkte.

Entsprechende Youtube-Videos sind leider in Deutschland wegen der netten GEMA blockiert, aber da gibt es ja Mittel und Wege, ne ;-) I’m behind seven proxys!

I havo no lust and I must read!

Neulich habe ich es endlich mal wieder zu einem Treffen mit der Schreibgruppe geschafft. Wie jeder Schreiberling (egal ob Hobby oder Profi) rede ich natürlich unglaublich gerne über meine Texte oder Ideen. Dass ich hier das Handlungsgerüst meines Roman-Entwurfes ausbreiten und im Dialog ein wenig daran feilen konnte, hat mir natürlich großen Spaß gemacht.

Im Rahmen des Treffens wurden mir auch zwei Lese-Tipps unterbreitet und praktischerweise gleich in Buchform ausgehändigt.

Beim Ersten handelt es sich um Harlan Ellisons Novelle Mephisto in Onyx, die ich wenige Tage später zügig verschlang.

Der Name Harlan Ellison sagt dem Science-Fiction Freund natürlich etwas, besonders seine Geschichte „I have no mouth and I must scream“ (und das zugehörige PC-Spiel) wird vielen ein Begriff sein. Mir selbst ebenfalls, aber ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, etwas von Ellison zu lesen.

Daher war ich sehr gespannt auf Mephisto in Onyx, bin jetzt nach der Lektüre aber ein bisschen enttäuscht. Die Sprache hat möglicherweise etwas unter der Übersetzung gelitten, denn es wechseln sich sehr treffend formulierte Passagen ab mit furztrockener Schreibe, durch die man sich schon etwas hindurcharbeiten muss.

Die Story handelt von Rudy Pairis, einem Telephaten, der von einer Staatsanwältin, mit der er seit Jahren befreundet ist, gebeten wird, in die Gedanken eines grausamen Serienkillers einzudringen. So weit so gut. Leider plätschert die komplette erste Hälfte des Textes ziemlich reizlos dahin, besteht quasi nur aus einem Gespräch zwischen Protagonist und der Anwältin, was bei einer Novelle natürlich tödlich ist. Ich habe trotzdem weitergelesen, weil mich die Gedankenwelt des Killers und die Schuldfrage dennoch interessiert haben.

Die zweite Hälfte bietet dann drei „überraschende“ Wendungen, von denen ich zwei vorausgesehen habe, obwohl ich bei sowas schlecht bin (eher ist es meine Frau, die mir 30 Minuten vor Ende des Films erklärt, wie er bestimmt ausgehen wird). Und den dritten Plotttwist halte ich für einen eher ungelenken Versuch, dennoch ein Happy End herbeizuführen.

Alles in allem war das wohl kein guter Einstieg in das Werk von Harlan Ellison und ich sollte mir wohl endlich I have no mouth and I must scream zulegen – am besten im Original.

Dennoch Danke an Sandra fürs Ausleihen, ich weiß, du liest hier gelegentlich mit ;-)

Movie Madness V!


Ju On – The Grudge 2

Ich steh auf Japano-Horror, wobei mir der amerikanische The Ring besser gefällt als das Original Ringu. Ju On – The Grudge 2 ist einer meiner Lieblingsfilme des Genres, trotz (oder gerade wegen?) seiner Episodenhaftigkeit.

Zu Film noch eine kleine Geschichte:

Wir erinnern uns an das fiese, kehlige Geräusch, das dass Wesen aus The Grudge macht? Gut. Ich hatte den Film zum ersten Mal mit einem guten Freund gesehen. Ein paar Tage später sah ich ihn noch einmal. Diesmal alleine.
Plötzlich klingelte das Telefon. Ich pausierte die DVD und ging ran. Aus dem Telefonhörer kam exakt dieses kehlige Geräusch, das ich erst Minuten zuvor im Film gehört hatte. Da bekam ich schon ziemliche Gänsehaut.
Nach ein paar Sekunden schaltete ich natürlich, dass nur mein Kumpel der Anrufer sein konnte, und ich sagte anstatt eines Grußes nur etwa: „Alter, du errätst nie, welchen Film ich mir gerade ansehe.“

Hellboy 2

Grundsolide Comic-Verfilmung, ohne viele Höhen oder Tiefen. Im Endeffekt fast identisch mit dem ersten Teil. Gute Unterhaltung für 120 Minuten, danach verabschiedet sich das Ganze wieder aus dem Gedächtnis; was jetzt schlechter klingt, als der Streifen wirklich ist.

Minority Report

Tom Cruise nervt. So ziemlich alles an ihm nervt. Aber wenn ich mir unter Todesdrohung einen Film mit ihm ansehen müsste, würde ich mich jederzeit für Minority Report entscheiden.
Dieser ist ein so solider Sci-Fi-Film, dass nicht einmal Tommie das kaput machen kann. Story by Philip K. Dick ist und bleibt ein Qualitätsmerkmal.


John Rambo

Puh … was ein Brocken. Ein Fleischbrocken, um genau zu sein. Gewaltdarstellung ist natürlich kein Qualitätsmerkmal für einen Film, trotzdem bin ich dieser für gewöhnlich nicht abgeneigt. Rambo IV übertreibt die Gewalt aber auf so exzessive Weise, dass es nur noch stumpf und langweilig ist. Ich war förmlich erleichtert, als der Film endlich zu Ende war. Und ich frage mich, ob das vielleicht sogar die Intention gewesen ist. Dem Zuschauer mehr Gewalt präsentieren, als er verdauen kann, bis er sich daran verschluckt und sie eklig und abstoßend findet.
Oder ich traue Stallone da zu viel zu und es ist nur ein blöder, sau brutaler Action-Klopper …

Don‘t be afraid of the dark

„Horror“. Doof. Zeitverschwendung. Katie Holmes. Grrrrr …

Ein besserer Titel wäre FEAR OF THE DARK gewesen.

Shutter Island

Seit etwa 11 Jahren ist es per Gesetz verboten, dass Leonardo DiCaprio in einem schlechten Film mitspielt. Zum Ausklang der Woche gab es daher drei seiner Filme am Stück.
Die Kulisse der Psychiatrie fand ich in Shutter Island sehr interessant. Tolle Optik und Story und das Ende ist großartig offen und frei zur Interpretation. Der Grundgedanke, was ist jetzt wirklich passiert und was nicht, erinnert mich ein bisschen an Total Recall (schon wieder PKD).
Fazit: Super Film!

Departed

Das Hong Kong Original kenne ich nicht, aber der hier war klasse.

Ansonsten: Matt Damon


Body of Lies (Deutscher Titel = sackdoof)

Von den drei DiCaprio Streifen der schwächste, trotzdem noch ein interessanter Spionage-Film, der insgesamt zu lang ist und immer mal wieder ins Stocken gerät.

Bis zur Unendlichkeit …!

For your Information: Dieses Review ist frei von Spoilern und anderen Zusatzstoffen.

Zuerst: ich bin kein Star Trek-Fan, habe aber in den 90‘ern gerne The Next Generation gesehen (und auch ein paar Romane gelesen) und den Start sowie die ersten Staffeln von Voyager verfolgt. Auch die Filme mit der Originalcrew kenne ich, bin aber kurz nach dem schon ziemlich mauen Treffen der Generationen ausgestiegen.

Hmm … okay, ich klinge wohl doch wie ein Star Trek-Fan ;-)

Die Neuverfilmung von 2009 habe ich erst kürzlich gesehen und fand sie ziemlich gut. Den viel bemängelten Apple-Store-Look fand ich in seiner Sterilität sehr passend, die Figuren gut um-, die Schauspieler gut eingesetzt. Und die Handlung war Star Trek typisch Banane.
Das sich durch die Änderung der Zeitlinie völlig neue Abläufe und Zusammenhänge ergeben können, ist ein guter Kniff, der jetzt in Into Darkness fortgesetzt wird.

Into Darkness ist im Kern ein bombastischer Sci-Fi-Actionfilm, bei dem das Trek-typische Technobabble noch mehr in den Hintergrund tritt, wie beim ersten Teil. Der Film profitiert im großen Maße von seinem starken Antagonisten, etwas, dass ich heutzutage bei vielen Filmen vermisse.
Ich hätte mir deutlich mehr Szenen mit dem Bösewicht gewünscht. Die Auflösung seiner Identität und die vielen Anspielungen (besonders auf einen der alten Filme) sind für mich die Höhepunkte des Films.

Ein paar Logiklöcher und nicht nachvollziehbare Entscheidungen bleiben, schmälern das Filmerlebniss meiner Meinung nach aber nicht.

Ich orakele also mal, wer die erste Neuverfilmung mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen, muss sich aber auf noch mehr Krachbumm und mehr Lens-Flair einstellen.

Ach ja, der Film war in 3D. Sich über den 3D Boom aufzuregen ist mittlerweile genauso langweilig und überflüssig wie 3D selbst. Die Effekte waren OK, bereichern den Film aber nicht im geringsten. Wer ihn in good old 2D sieht, verpasst gar nichts.