Tag-Archiv für 'schreiben'

Apocalypse Dudes!

Nach den ganzen Game-zentrierten Beiträgen jetzt mal wieder was rein Persönliches.

Als ich zuletzt mal wieder bei einem Treffen meiner Schreibgruppe einkehrte, kamen wir zügig auf George R.R. Martin zu sprechen und kurz darauf, hatte ich oben abgebildetes Buch in der Hand.
„Ein Kinderbuch vom Lied von Eis und Feuer Autor? Muss ich haben“, war mein exakter Gedankengang und mittels Wischtelefon (Hallo Oli) und mobilem Internetz habe ich es auch gleich bestellt. Jetzt muss ich es nur noch Probelesen, ob das für meinen Ältesten auch schon geeignet ist. Hoffentlich schon, denn abends den Sprössling ins Bett bringen und vor dem Schlafen gehen ein bisschen George R.R. Martin vorlesen, das hat doch was.

Apropos Bücher, schreiben, lesen usw.:
Meine Frau hat beim Ausmisten von alten Kisten etwas skurriles zutage gefördert. Sie selbst wusste gar nicht, was sie da in der Hand hielt und auch ich selbst musste zweimal hingucken … eine ausgedruckte Version meines ersten Versuchs einen Roman zu schreiben. Habe kurz darin geblättert und wurde auf jeder Seite schon nach 2-3 Sätzen von einer aufsteigenden Welle der Peinlichkeit erfasst, so dass ich den dicken Ordner (müssten so 150 Seiten sein) wieder weglegen musste.

Wenn man bedenkt, dass ich zum Zeitpunkt der Entstehung 15 Jahre alt war, ist das sicherlich zu verzeihen, trotzdem ist es aus heutiger Sicht ein unglaublich mieses Machwerk. Papierdünne Story, zusammengeklaut aus allem, was ich damals so gut fand; und da gerade meine Anime-Phase richtig begann, war das vor allem: Akira, Neon Genesis Evangelion und Armitage III und etliche andere Mecha/SciFi-Filme. Dabei habe ich mich fröhlich an Namen, Themen oder ganzen Plotpoints bedient und das dann mit Dialogen gewürzt, für die sich selbst die meisten Reality-Serien schämen würden.

Das Allerschlimmste ist aber der Name, der für mein 15-Jähriges ich wohl den Gipfel der Coolness darstellte: Rider‘s of the Apocalypse

In irgendeinem Forum für FanFiction habe ich auch mal einzelne Kapitel davon online gestellt. Die Seite gibt es aber hoffentlich schon lange nicht mehr und selbst wenn, nicht mal unter schlimmer Folter würde ich versuchen, mich an die Adresse zu erinnern.

Playlist:
Das Stört – Der erhobene Zeigefinger
Toxoplasma – … spielen ihre Lieder
BABYMETAL - キバオブアキバ

Gamelist:
Danganronpa: Trigger Happy Havok (Vita)
Borderlands 2 (Vita)

I havo no lust and I must read!

Neulich habe ich es endlich mal wieder zu einem Treffen mit der Schreibgruppe geschafft. Wie jeder Schreiberling (egal ob Hobby oder Profi) rede ich natürlich unglaublich gerne über meine Texte oder Ideen. Dass ich hier das Handlungsgerüst meines Roman-Entwurfes ausbreiten und im Dialog ein wenig daran feilen konnte, hat mir natürlich großen Spaß gemacht.

Im Rahmen des Treffens wurden mir auch zwei Lese-Tipps unterbreitet und praktischerweise gleich in Buchform ausgehändigt.

Beim Ersten handelt es sich um Harlan Ellisons Novelle Mephisto in Onyx, die ich wenige Tage später zügig verschlang.

Der Name Harlan Ellison sagt dem Science-Fiction Freund natürlich etwas, besonders seine Geschichte „I have no mouth and I must scream“ (und das zugehörige PC-Spiel) wird vielen ein Begriff sein. Mir selbst ebenfalls, aber ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, etwas von Ellison zu lesen.

Daher war ich sehr gespannt auf Mephisto in Onyx, bin jetzt nach der Lektüre aber ein bisschen enttäuscht. Die Sprache hat möglicherweise etwas unter der Übersetzung gelitten, denn es wechseln sich sehr treffend formulierte Passagen ab mit furztrockener Schreibe, durch die man sich schon etwas hindurcharbeiten muss.

Die Story handelt von Rudy Pairis, einem Telephaten, der von einer Staatsanwältin, mit der er seit Jahren befreundet ist, gebeten wird, in die Gedanken eines grausamen Serienkillers einzudringen. So weit so gut. Leider plätschert die komplette erste Hälfte des Textes ziemlich reizlos dahin, besteht quasi nur aus einem Gespräch zwischen Protagonist und der Anwältin, was bei einer Novelle natürlich tödlich ist. Ich habe trotzdem weitergelesen, weil mich die Gedankenwelt des Killers und die Schuldfrage dennoch interessiert haben.

Die zweite Hälfte bietet dann drei „überraschende“ Wendungen, von denen ich zwei vorausgesehen habe, obwohl ich bei sowas schlecht bin (eher ist es meine Frau, die mir 30 Minuten vor Ende des Films erklärt, wie er bestimmt ausgehen wird). Und den dritten Plotttwist halte ich für einen eher ungelenken Versuch, dennoch ein Happy End herbeizuführen.

Alles in allem war das wohl kein guter Einstieg in das Werk von Harlan Ellison und ich sollte mir wohl endlich I have no mouth and I must scream zulegen – am besten im Original.

Dennoch Danke an Sandra fürs Ausleihen, ich weiß, du liest hier gelegentlich mit ;-)

You should read something that sucks!

Habe es seit Monaten endlich mal wieder geschafft, zu einem Treffen „meiner“ Schreibgruppe zu gehen. Die ist schon vor einigen Jahren aus einem VHS-Kurs für Kreatives Schreiben hervorgegangen. Am Anfang haben wir alle wirklich viel geschrieben und uns die Werke dann gesenseitig vorgelesen und kollektiv in der Luft zerissen. Das war immer sehr inspirierend und hat viel Spaß gemacht.

Irgendwann schrieben dann aber alle weniger, oder hörten so wie ich sogar temporär ganz damit auf und die Treffen glichen nunmehr eher gemütlichen Abendessen mit Freunden – was ja auch nicht verkehrt ist.

Ich selbst brach irgendwann mit dem Rhythmus, am ersten Wochenende im Monat hinzugehen (und wie das bei mir so oft ist, z.B. auch ganz schlimm mit meinen Medikamenten, fällt es mir sehr schwer, einen einmal durchbrochenen Kreislauf wieder herzustellen) und schließlich war mir auch klar, dass ich bis zum Ende der Ausbildung keine Prosa mehr schreiben würde.

Jendefalls war ich mindestens ein halbes Jahr – eher 10 Monate – auf keinem Treffen mehr, aber nach einigen gescheiterten Anläufen hat es endlich geklappt.

Geschrieben hatte keiner was, aber der Abend war trotzdem _________ (hier abgenutztes Adjektiv einsetzen, dass den wahren Gefühlen nicht gerecht wird)

Nach dem Essen schwadronierten die Gastgeberin und ich, die anderen völlig ignorierend, mehr als eine Stunde lang über Das Lied von Eis und Feuer – immerhin war sie es, die mir davon immer Vorgeschwärmt hatte. Danach wandte ich mich meinem Sitznachbarn zu, der möglicherweise ein noch größerer Sci-Fi-Nerd als ich, definitiv aber ein größerer Computer-Geek, ist. Wir verbrachten die restlichen drei Stunden mit Diskussionen über moderne Comicverfilmungen, Star Trek/Wars, Mass Effect, The Elder Scrolls und Windows 8.

Das. War. Großartig.

Außerhalb des Internets kommt es für mich sehr selten zu solchen Gesprächen, deshalb habe ich dies sehr genossen und werde da jetzt die nächsten Tage und Wochen von zehren. Wobei, die nächste Pathfinder Runde ist nicht weit …

You talkin‘ to me?

Jetzt wo wir alle Folgen von Big Bang Theory und Greys Anatomy durchhaben, musste was Neues her. Über Breaking Bad hatten wir nur Gutes gehört (und das ist noch untertrieben), aber mich hat die erste Folge nicht vom Hocker gerissen – eigentlich war es auch nicht die erste Folge, denn den Piloten hatte Lisa schon geguckt und wollte ihn nicht direkt noch einmal sehen, also bin ich quasi mit der zweiten Folge eingestiegen. Die Geschichte ist super, zugegeben. Wenn ich Produzent in Hollywood wäre und ein Drehbuchschreiber wäre mit einer Story über einen an Lungenkrebs erkrankten Chemielehrer, der anfängt Crystal-Meth zu kochen um Kohle für seine Familie ranschaffen, vor der er seine Krankheit geheim hält, an mich herangetreten, hätte ich den mit Geld überschüttet. Gute Idee also. Gute Schauspieler auch. Alles Gut. Trotzdem hat es nicht peng gemacht. Kein Funke zum überspringen. Kann man wohl nix machen.

Also haben wir angefangen, Californication zu gucken. Hatte vor längerer Zeit schon mal im Fernsehn in ein paar Folgen reingeschaut und war immer begeistert.

In Californication geht es um einen Schriftsteller mit Schreibblockade. Das sagt mir was, damit kann ich was anfangen. Ich hab auch mal geschrieben. Über einen großen Zeitraum sogar sehr regelmäßig. Täglich, um genau zu sein. Mindestens eine Seite. An guten Tagen auch mal acht bis zehn. Da kommt auf die Dauer einiges zusammen und so bin ich auch eine dieser armen Würste mit einem unfertigen Roman in der Schreibtischschublade. Der wohlgemerkt total scheisse ist. Für ein größeres Werk war es einfach noch zu früh. Weiß ich jetzt. War mir damals egal.

Hab irgendwann auf Kurzgeschichten umgesattelt. Die ersten Versuche waren ebenfalls scheiße. Keine Ahnung vom Aufbau einer Handlung, aber einen auf dicke Hose machen. Sprache hatte ich drauf, das hat auch damals keiner bezweifelt, aber das ist nun mal nicht alles.

Mit der Zeit wurden die Storys besser. Erst kam eine, die war ganz nett. Vor allem war sie schön kurz. Danach schrieb ich eine, die war gut. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Titel gefällt mir heute noch: Attack of the Schoolgirl Hookers. Mit ein paar Veränderungen hätte das was draus werden können. Hab aber nie wieder Arbeit reingesteckt.
Dann kam eine, die war wirklich gut, und wenn sie irgendwann mal jemand drannsetzt und sie kräftig aufpoliert, könnte sie sogar mehr als nur gut sein. Aber ob ich dieser jemand sein werde?
Sieht eher nicht so aus …

Ich habe seit über einem Jahr nichts mehr Derartiges geschrieben. Für die Schule glüht die Tastatur, ca. 80-100 Seiten im ersten Jahr.

Ansonsten ist dieser Blog das erste halbwegs kreative, was ich seit langer Zeit zu digitalem Papier bringe. Und es macht verdammt großen Spaß. Und selbst wenn es nur eine kleine Handvoll Menschen lesen, hat sich meine Leserschaar mindestens verdoppelt.

Puh, sitze wieder hier im Hotel. Erster Tag der Schulwoche ist rum, four more to go. Und ich habe gerade Taxi Driver gesehen. Vielleicht auch daher die miese Laune.