Tag-Archiv für 'mindfuck'

We need to go deeper!

Nochmal zu John Rambo:

Letzte Nacht habe ich geträumt, ich wäre mit Sylvester Stallone verwandt und er würde mich bei meiner Oma besuchen.

Wir standen also bei meinen Großeltern in der Küche und tranken Cola und ich fragte Sly, ob ich mit meiner Einschätzung der Intention der übertriebenen Gewaltdarstellung in John Rambo ins schwarze getroffen hätte.

Sly lachte, bejahte dies und klopfte mir kumpelhaft auf die Schulter.

Ich nahm einen Schluck aus der Coladose, die mein Opa immer von den Treffen seines Gesangsvereins mitbringt, freute mich, weil ich so ein gescheiter Typ bin und wachte auf …

Let’s show some love for… Serial Experiments Lain

Wenn man das Wort Anime hört, denkt man meistens sofort an die Klassiker: Akira, Ghost in the Shell, die Miyazaki Filme usw.

Ich denke sofort an Serial Experiments Lain.

Neon Genesis Evangelion ist in meiner Rangliste quasi Platz 1.5 (wobei der Film „The End of Evangelion“ der beste Animationsfilm ever und einer meiner Lieblingsfilme überhaupt ist) , denn die Spitzenposition hat Lain inne, seit ich diesen Brocken von einer Serie das erste Mal gesehen habe.

Evangelion hat seinen Ranglistenplatz, weil mich diese Serie in der Pubertät wie ein Vorschlaghammer getroffen und mich sehr beeinflusst hat. Serial Experiments Lain aber, stellt unser ganzes Leben, unsere moderne Welt an sich in Frage, mit einer Prämisse, gegen die die Matrix-Triologie aber so was von Kacken gehen kann.

Worum es in dieser Serie genau geht, ist ziemlich schwer zu beschreiben. Dabei ist das Problem nicht, dass man eventuell zu viel verraten könnte, denn Lain ist eine dieser Serien, die man selbst nach dem Genuss aller Folgen noch lange nicht verdaut, bzw. komplett verstanden hat.

Ganz kurz gesagt geht es um ein 13-jähriges Mädchen namens Lain Iwakura. Lain ist ein sehr stilles Mädchen, das keine Freunde heut und in der Schule kaum auffällt. Eines Tages springt die Schülerin Chisa vom Dach eines Hauses in den Tod. Alle in der Schule sind entsetzt, vor allem, als das tote Mädchen beginnt, E-Mails zu verschicken. Auch Lain bekommt eine E-Mail und Chisa erzählt ihr, dass sie gar nicht gestorben ist, sondern nur ihren Körper abgelegt hat und das Gott in der „Wired“ (so heißt hier das Internet) existiert.

close this world - enter the next

Mehr zu erzählen wäre ziemlich sinnlos. Selbst die Handlung einzelner Folgen zu beschreiben ist schwer. Hier wirken Bilder auf den Zuschauer ein, Konzepte und ganze Plots werden angerissen, nur um dann nie wieder erwähnt zu werden. Kleine Details werden in den Raum geworfen, scheinen unwichtig, und machen dann fünf Folgen später plötzlich Sinn, wenn man sich denn noch daran erinnern kann.
Serial Experiments Lain ist ein atmosphärisch unglaublich dichter Psycho-Trip. Man stelle sich vor, David Lynch hätte eine Cyberpunk Version von Alice im Wunderland gedreht.
Die Serie verlangt vom Zuschauer die volle Aufmerksamkeit. Zu jeder Sekunde. Nebenbei Essen oder sich unterhalten ist nicht. Man muss seinen Grips benutzen, und wer keinen Spaß an so was hat, der soll lieber die Finger davon lassen.

Leider habe ich nur selten gelegenheit, Serial Experiments Lain jemandem zu zeigen und die Prämisse anschließend zu diskutieren. Meine Frau hat nur bis zur Hälfte durchgehalten (war ihr während der Schwangerschaft zu heftig/“durchgeknallt“).

Playlist:
Dead Kennedys – Fresh Fruit for rotting Vegetables
Antitainment – Cooler Plattentitel
The New York RelX – Sold out of Love

Gamelist:
The World Ends With You (DS)
Borderlands (PS3)