Tag-Archiv für 'karmacopter'

The glorious Pipes of Darmstadt!

Über die Band Karmacopter aus Mannheim habe ich hier an verschiedenen Stellen nur gutes verloren – und das völlig zu Recht, schließlich haben die Copters mit ihrem Erstlingswerk „Goodbye Haptik“ eine meiner absoluten Lieblingsplatten der letzten fünf Jahre abgeliefert.

In einer Plattenbesprechung für ein dann leider nie erschienenes Fanzine drückte ich mich anno 2009 so aus:

Ein passendes Adjektiv für den Sound von Karmacopter ist sicherlich: treibend.
Wem die üblichen Indie-/Studentenbands zu lahm, gewöhnlicher Deutschpunk aber zu doof ist, der wird hier vielleicht fündig. Karmacopter mischen abwechslungsreichen Punk(Rock) mit sehr guten, leicht kryptischen Texten. Genau mein Ding. Für die beiden Songs „Neulich im Boot Camp“ und „Vocalhouse“ würde ich die Band gerne heiraten, so als persönliches Dankeschön. Einziges (wenn auch winziges) Manko: Der Refrain von „Verheizt“ klingt total nach Tote Hosen, allerdings würden die vor Freude im Quadrat springen, wenn sie so gute Songs schreiben könnten.
Schickes minimalistisches Layout, alle Texte, weißes Vinyl und Downloadcode. Geiles Teil, geile Band. Bitte mal in der Umgebung von FFM auftreten.

Die zweite EP „California“ ist dann sogar quasi mit auf meinem damaligen Label SPASS BEISEITE RECORDS erschienen. Da ich kurz nach der Veröffentlichung aber leider aufgehört habe, regelmäßig Konzerte zu besuchen und dort Platten und Tapes zu verkaufen, fristen immer noch etwa 60 Exemplare davon ein Schattendasein in einem meiner Schränke. Wer eine haben möchte, kann sich sehr gerne melden *Zaunpfahl* *Zaunpfahl* *Wink* *Wink*

Nun haben Karmacopter leider ihre Auflösung bekannt gegeben, für mich besonders bedauerlich, da ich sie nun nicht mehr Live sehen kann und der Kontakt zur Band darauf beschränkt bleiben wird, dass ich mit Sänger/Gitarrist Van Dante per Facebook Anime-Tipps austausche.

Außerdem kann so ihr letzter Output „Erzkaul bei Nacht“ nicht mehr regulär erscheinen. Cool wie die Copters aber sind, gibt es die Songs für alle Interessierten zum kostenlosen Download und ich kann nur sagen, dass die Abschieds-EP verteufelt gut geworden ist und mir deutlich besser als die California gefällt, die mir persönlich irgendwie zu hektisch und zu kurzweilig war.

Den Stil von Karmacopter zu beschreiben, ist ziemlich kompliziert. In der Fachpresse fallen öfter vergleiche mit der kanadischen Band NO MEANS NO, aufgrund meiner kompletten Unkenntnis bezüglich des Werkes dieser Gruppe, kann ich dazu leider nichts sagen. Ich selbst habe mal zu einer Bekannten gesagt: „Stell dir vor, diese Bands wie Turbostaat und Co. hätten noch bessere Texte und würden auf einmal gute, laute und schnelle Musik machen.“

Was irgendwie auch ein blöder Vergleich ist, da ich überhaupt kein Turbostaat und Co. höre (allerdings meine Bekannte)

Karmacopter spielen einen sehr eigenständigen Mix aus treibenden Punkrock-Parts, Hardcore-mäßigen, sperrigen Breaks und von einer Art von wütender Melancholie getränkten Passagen, die mich irgendwie an Chaos Z/Fliehende Stürme erinnern oder an eine Zeit, als Tocotronic noch cool waren. Und das alles innerhalb eines Liedes, versteht sich.

Auch diese Beschreibung wird dem ganzen nicht gerecht, aber besser kann ich es nicht. Herzstück sind sowieso die meist auf eine angenehme Art verkopften Texte, deren ursprüngliche Intention mir wohl meist verborgen bleibt, die aber oft irgendwo in mir eine bestimmte Seite zum klingen bringen.

Die Band selbst bezeichnet ihren Stil übrigens als Slacker-core (oder als Misanthropop!)

Lange Rede, kurzer Sinn: Karmacopter sind bombe und jeder mit ein bisschen Musikgeschmack sollte sich die Erzkaul bei Nacht runterladen (Anspieltipp: The glorious pipes of darmstadt, tausend tode) und am besten auch gleich das komplette Gesamtwerk besorgen!

Karmacopter / Web / Facebook / Bandcamp

Ich hab Rücken im Arsch!

Auf der wohl letzten Feierei, die ich mit meiner Anwesenheit beehrt habe (Hochzeiten und Verwandte zählen nicht) war’s mir irgendwann einfach zu viel. Zu viele mehr oder weniger fremde Leute, zu viel ungewollte Musik und zu viel Alkohol. Also musste ich aussteigen und das bedeutete Kopfhörer auf und Ego-Musik aufdrehen, und so saß ich also mit Stöpseln in den Ohren in der WG-Küche, während um mich herum der normale Party-Betrieb weiterging. Das war echt nötig und nach zehn Minuten ging’s mir auch wieder besser.

Ego-Musik waren für mich zu diesem Zeitpunkt Karmacopter aus Mannheim. Deren Debüt-Album „Goodbye Haptik“ habe ich rauf und runter gehört und es verirrt sich auch heute noch auf meinen Plattenteller. Früher wären Samsas Traum in einer solchen Situation die Musik der Wahl gewesen. Und gaaanz gaaanz früher hätte ich zu Tocotronic und/oder Placebo gegriffen.

Wäre besagte Party z.B. gestern gewesen (sie war sogar an einem Mittwoch, wenn ich mich recht entsinne), hätte ich Inner Conflict gehört. Vor allem deswegen, weil ich kaum noch etwas anderes höre. Habe die Band vor ca. zwei Monaten über einen Eintrag bei Facebook entdeckt (und da soll noch einer sagen, das wäre zu nichts gut) und war erstmal nur ganz angetan. Hab mir ein Album … ähm… gekauft und musste mich da wirklich reinhören, bis es klick gemacht hat. Jetzt höre ich fast nichts anderes mehr.
Geilste deutschsprachige Punkrock Band at the moment. Period!

Und damit du (ich darf doch du sagen, oder?) an der awesomness von Inner Conflict teilhaben kannst, hier mal der erste Song des aktuellen Albums „Nachhause“ in Wort und Ton.
Kommando: Abfeiern!!!

Ton:

http://innerconflict.bandcamp.com/track/der-r-cken-ist-im-arsch

Wort:

Jetzt steh ich wieder hier
Schrei Löcher in den Wind
Weiß selber nicht genau
Warum ich hiergeblieben bin

Auf halbem Weg verhungert
Den Antrieb verlor’n
Ertrinke ich in Selbstmitleid
Und ekel mich davor

Wo ich hinseh – alle sind am Ende
Bin so müde vom warten auf die Wende

Graue Wolken ziehen auf
Der Himmel nicht mehr ganz so klar
Es tobt ein kalter Sturm
Wo eben noch die Sonne war
Keinen Schirm dabei
Hab ich eh noch nie gebraucht
Wozu auch – und überhaupt?

Wo ich hinseh…

Mein ganzes Leben
Sortiert und eingepackt
Hol ichs wieder raus
Oder lass ichs einfach sein?
Den ganzen alten Scheiss
Den ich nicht mehr brauch
Schmeiss ich lieber weg
Sonst holt er mich noch ein

Inner Conflict – Der Rücken ist im Arsch

(selber rausgehört, alle Angaben ohne Gewähr)

Habe dann Partytechnisch übrigens noch die Kurve gekriegt, inklusive besoffen Ärzte Lieder gröhlen, kotzen, und nachts um drei Spaziergänge machen. Und am nächsten Tag einen Vortrag über Freuds Drei-Instanzen-Modell gehalten.

Dass das inzwischen schon lange her ist, sollte mir aber wohl trotzdem zu denken geben, so Social-Life mäßig xD

Playlist:
Inner Conflict – Nachhause
Inner Conflict – Nachhause
Inner Conflict – Nachhause