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52 Games: #10 Übernatürlich

F.E.A.R. 2 – Projekt Origin

An der FEAR Serie hatte ich schon länger Interesse, denn diese wurden als Horror/Mystery Shooter mit einem starken Einfluss von japanischen Horrorfilmen beworben. Und da ich total auf Japano-Horror stehe ( Ju-On: The Grudge 2 ist für mich immer noch einer der verstörendsten Filme ever … ), wollte ich mir das mal ansehen. Habe den zweiten Teil dann gebraucht im GameStop entdeckt und gleich zugeschlagen. Und was soll ich sagen? Ich bin unterwältigt …

Kann sein, dass der erste Teil das besser hinbekommt, aber wirklicher Grusel wollte sich hier kaum einstellen, und das liegt vor allem an den Gegner und den circa 5000 Jump-Scares, die mich großteils kalt gelassen haben. Man kämpft hier hauptsächlich gegen eine Art telepathisch gesteuerte Klon-Soldaten, die den Helghast aus Killzone verdächtig ähnlich sehen und die auf die Dauer einfach nur öde sind. Gelegentlich gibts Geistererscheinungen, gegen die man sich kaum wehren kann, aber auch die nutzen sich schnell ab und gegen wirkliche Monster, die Soldaten aus dem Nichts herbeirufen und schon eine herausforderung darstellen, habe ich nur etwa fünf mal gekämpft. Also alles ziemlich öde.

Die angeblich gruselige Hauptbedrohung des Spiels, ein mit starken psychischen Kräften ausgestattetes Mädchen Namens Alma, entpuppt sich ebenfalls ziemlich schnell als heiße Luft. Zwar ist der Effekt, wenn sie einen Teamkameraden um die Ecke bringt gut gemacht (die Kollegen lösen sich in ein Skelett auf, erinnert an die Atomexplosion aus Terminator 2), und die Halluzinationen, die ihre Nähe herbeiruft machen auch Spaß, aber ansonsten springt sie einen nur ab und zu mal aus dem Nichts an und mann muss hektisch auf die Kreis-Taste drücken, um sie abzuschütteln. Das ist sowas von lahm, dass kann man kaum beschreiben.

Ziehen wir doch mal Silent Hill 2 aus Beispiel heran: Was war an Pyramidhead unter anderem so erschreckend? Na, dass man absolut nichts tun konnte, um ihn aufzuhalten und ein einziger Treffer mit seinem Riesenmesser tödlich geendet hat. Wenn ich den alten Pyramidenkopf dadurch hätte loswerden können, das ich 3-8 Mal auf Kreis gedürckt hätte, boah … was wäre mir der scheissegal gewesen.

Oder Valtiel in Silent Hill 3. Der blieb immer im Hintergrund, im Schatten, schien von dort aus die Fäden zu ziehen, dem Spieler immer einen Schritt vorraus zu sein und man erfuhr auch nie wirklich, mit wem/was man es da zu tun hatte.

So baut man Spannung und Atmosphäre auf. Und nicht dadurch, dass einen alle halbe Stunde eine nackte Frau mit schwarzen Haaren anspringt, die man durch Tastendruck wieder abschüttelt …

Ein einziges mal konnte das Spiel bei mir das alte Horror-Feeling erzeugen, an dass ich mich aus der Zeit der ersten Silent Hill Triologie so gerne erinnern.

In einer verlassenen und durch eine Explosion zerstörten Schule. Meine Taschenlampe beleuchtet einen düsteren Umkleideraum. Plötzlich beginnt sie zu flackern, fällt ganz aus. Ich höre Schritte, schlurfende Geräusche. Ich bleibe stehen. Dann schaltet sich die Lampe wieder ein und der gesamte Raum ist auf einmal über und über mit Blut bedeckt. Leichen liegen auf dem Boden verteilt, die Wände sind beschmiert. Und die bis jetzt so vertrauenswürdige Taschenlampe beginnt im Einklang mit der spärlichen Deckenbeleuchtung zu flackernd wie ein Stroboskoplicht. Hell. Dunkel. Vorsichtig schleiche ich um eine Ecke. Hell. Dunkel. Wieder Schritte. Hell. Ich bleibe stehen. Schritte. Dunkel. Und als es wieder für wenige Sekunden Hell wird, stürzt sich eine durchsichtige Erscheinung auf mich und springt mir direkt ins Gesicht … Dunkel.

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