Doppelplusgut

52 Games: #37 Trauer


In case you don‘t get it: Final Fantasy VII!!!

Trauer ist das Thema diese Woche bei 52 Games und ich nutze diese Gelegenheit (hoffentlich nicht zu vorschnell) um über eines meiner absoluten Lieblingsspiele ever zu reden. Seltsamer Zusammenhang? Nein, überhaupt nicht; aber seht selbst.

„Pöh! Final Fantasy VII und Trauer, da weint sich bestimmt wieder ein Stubenhocker wegen Aeris die Augen aus“

Nö, wenn ich aber auch zugeben muss, dass mich der Tod des Blumenmädchens damals total unvorbereitet getroffen hat. Dass spielbare Charaktere unwiederruflich sterben wurde natürlich nicht erst von diesem Spiel eingeführt, aber ich hatte sowas noch nicht erlebt.
Ich weiß noch, was für eine miese Laune ich den rest des Tages hatte. Und in der Nacht habe ich sogar davon geträumt. Sagen wir also, ich war beeindruckt.

Aber ich schreibe nicht deswegen über Final Fantasy VII. Während der Sommerferien, in denen ich mir das Spiel mangels Taschengeld ausgeliehen hatte, trennten sich meine Eltern. Ich war 13 oder 14 Jahre alt. Zu dieser Zeit habe ich Tagebuch geführt. Man sollte also meinen, in den Tagebucheinträgen würde es darum gehen, dass mein Vater auszieht. Ich hätte darüber schreiben können, dass ich traurig war, verunsichert, dass ich angst hatte. Habe ich aber nicht.

Im Tagebuch stehen Sachen wie:

„Heute endlich Ultima Weapon besiegt. Boah, war der schwer.“

„Chocobo-Zucht läuft gut. Bald habe ich endlich einen goldenen!“

usw…

Ich mag das jetzt auch gar nicht weiter analysieren, sondern ich sage einfach: Danke. Danke Final Fantasy VII. For being awesome. And for being the only Video Game that I played for 10 Hours straight.

(K)Ein gesundes Leben im Kranken!

Der schale Nachgeschmack bleibt … trotzdem:

Mein Abend > Euer Abend

Lexikon der Szenesprache!

Heute: Wenn Nerds sich verabreden

Er:
Mögliche Aktivität im Chronos Sektor. Gefechtsparameter 10:30-12:30.
Gefechtsbereitschaft verifizieren. Der Imperator beschützt!

Ich:
Gefechtsbereitschaft negativ. Stehe in direktem Feindkontakt mit den
Sons of Marc. Ausweichpunkt: Heute 2200. Wer an meiner Seite kämpft,
soll mein Bruder sein!

Er:
So sei es! Um 2200 soll der Sieg eingeleutet werden. Eine Niederlage ist Verrat am Imperator!

Gamelist:
Warhammer 40k: Dawn of War – Soulstorm
Final Fantasy XIII-2

52 Games: #9 Klang

Klang heißt das neue Wochenthema für 52 Games und im Gegensatz zu den letzten Wochen, wo ich schon etwas Gehirnschmalz anregen musste, um mich letztendlich für ein Spiel zu entscheiden, fällt mir das diesmal sehr leicht.

Dabei fallen mir zu dem Thema sehr viele Kandidaten ein. Spiele die ich schon besprochen habe, wie z.B. die panikauslösende Geräuschkulisse von Silent Hill 2, oder der Nostalgie-Orgasmen hervorrufende Soundtrack von Secret of Mana. Oder auch neue Sachen, wie die zum Fußwippen auffordernde Untermalung von Streets of Rage 2 oder so gut wie jeder Track der für Final Fantasy VII verwendet wurde.

Und trotzdem fällt mir die Auswahl extrem leicht, denn ich hatte schon im Vorfeld entschieden, wenn ein Thema mit Musik oder Ähnlichem kommt, kann es nur ein Game werden. Eines von insgesamt drei Spielen, zu dem ich den Soundtrack besitze (die anderen beiden wären die schon erwähnten Secret of Mana und Final Fantasy VII) und dessen Musik in meinem Auto Cd-Player Runde um Runde dreht.

Es geht um: Scott Pilgrim Vs. the World: The Game und den ultraturbofetten Soundtrack der New Yorker Chiptune Band Anamanaguchi. Und um die awesomness auf die Spitze zu treiben, kommen die elektronischen Klänge hier aus einem umgebauten NES-Soundchip. Cooler gehts kaum.

Scott Pilgrim Theme

Das Spiel an sich ist ein Brawler (im Geiste von Streets of Rage, Final Fight oder Turtles in Time) mit liebevoll auf 8/16-Bit getrimmter Grafik und einem Erfahrungspunkte- und Geldsystem, nicht unähnlich dem des NES-Klassiker River City Ransom.

Ich sauge sowieso alles auf, was zum Scott Pilgrim Franchise gehört, daher war auch das Spiel für mich ein must have, und ich habe den Kauf nicht nur nicht bereut, sondern gleich noch Freunde gezwungen, es sich auch zu kaufen um unter anderem folgende Aktion zu starten:

Man schaue den Film bis zu der Stelle, an der Scott Ramonas ersten bösen Ex-Lover besiegt. Dann pausiere man den Film und starte das Spiel. Man spiele das erste Level, das damit endet, dass man gegen Ramonas ersten teuflischen Ex-Lover als Endgegner kämpft.

Another Winter (First Level)

Wenn man ihn besiegt hat, lässt man den Film weiter laufen, bis zum cineastischen Sieg über das zweite Mitglied der Liga der teuflischen Ex-Lover. Man pausiere wieder den Film, lade den letzten Spielstand im Game und kämpft sich durch das zweite Level, das ebenfalls mit dem Kampf gegen den zweiten Ex-Lover endet. Und so weiter …

Das klingt vielleicht verrückt und unglaublich nerdy, ist aber ein großer Spass!

Leave The Past Behind

52 Games: #5 Prüfung


The Adventures of Alundra

Mit voller Wucht fliegt der Controller durch die Luft, schneidet mühelos durch die Rauchschwaden, die atmosphärisch durch das Zimmer wabern. Ihm hinterher fliegen phantasievolle Flüche. So phantasievoll, dass die Bestellung eines Exorzisten anzuraten wäre.

Die Komplettlösung wiegt schwer auf meinen Knien. Sie ist mir hier keine Hilfe. Nicht die Rätsel sind es, die mir Kopfschmerzen bereiten.

Tot. Schon wieder. Ich könnte eine Skizze des Game Over Bildschirms zeichen. Freihändig. Im Traum, wenn nötig. Und dabei kann ich nicht einmal ein vernünftiges Strichmännchen malen.

Immer wieder an derselben Stelle. Immer dieser Sprung, dieser eine Sprung. Pixelgenau habe ich die Spielfigur ausgerichtet, und um einen Pixel verfehlt der Avatar die rettende Plattform und fällt in den sicheren Tod. Aber selbst wenn er nicht sterben würde, müsste ich durch das halbe Dungeon laufen, um einen weiteren Versuch zu starten. Dieser Sprung … dieser eine Sprung.

Nicht Ego-Shooter sollten verboten werden, nein, Jump-and-Run und alle anderen Spiele mit fiesen Sprungpassagen, DAS sind die wahren Killerspiele! Ein Test für die Frustrationstolleranz, eine Prüfung in Durchhaltevermögen und Können. Mad-Skills sind gefragt.

Ich erhebe mich langsam, die müden Knochen ächtzen. Durchquere das Zimmer, lockere dabei meine Finger. Ich hebe den Controller auf. Hat den Flug gut überstanden. Das Spiel hat ihn nocht nicht auf dem Gewissen. Und mich auch nicht.

Restart, nächster Versuch! Challenge Accepted!

52 Games auf Zockwork Orange

Let’s show some love for… Serial Experiments Lain

Wenn man das Wort Anime hört, denkt man meistens sofort an die Klassiker: Akira, Ghost in the Shell, die Miyazaki Filme usw.

Ich denke sofort an Serial Experiments Lain.

Neon Genesis Evangelion ist in meiner Rangliste quasi Platz 1.5 (wobei der Film „The End of Evangelion“ der beste Animationsfilm ever und einer meiner Lieblingsfilme überhaupt ist) , denn die Spitzenposition hat Lain inne, seit ich diesen Brocken von einer Serie das erste Mal gesehen habe.

Evangelion hat seinen Ranglistenplatz, weil mich diese Serie in der Pubertät wie ein Vorschlaghammer getroffen und mich sehr beeinflusst hat. Serial Experiments Lain aber, stellt unser ganzes Leben, unsere moderne Welt an sich in Frage, mit einer Prämisse, gegen die die Matrix-Triologie aber so was von Kacken gehen kann.

Worum es in dieser Serie genau geht, ist ziemlich schwer zu beschreiben. Dabei ist das Problem nicht, dass man eventuell zu viel verraten könnte, denn Lain ist eine dieser Serien, die man selbst nach dem Genuss aller Folgen noch lange nicht verdaut, bzw. komplett verstanden hat.

Ganz kurz gesagt geht es um ein 13-jähriges Mädchen namens Lain Iwakura. Lain ist ein sehr stilles Mädchen, das keine Freunde heut und in der Schule kaum auffällt. Eines Tages springt die Schülerin Chisa vom Dach eines Hauses in den Tod. Alle in der Schule sind entsetzt, vor allem, als das tote Mädchen beginnt, E-Mails zu verschicken. Auch Lain bekommt eine E-Mail und Chisa erzählt ihr, dass sie gar nicht gestorben ist, sondern nur ihren Körper abgelegt hat und das Gott in der „Wired“ (so heißt hier das Internet) existiert.

close this world - enter the next

Mehr zu erzählen wäre ziemlich sinnlos. Selbst die Handlung einzelner Folgen zu beschreiben ist schwer. Hier wirken Bilder auf den Zuschauer ein, Konzepte und ganze Plots werden angerissen, nur um dann nie wieder erwähnt zu werden. Kleine Details werden in den Raum geworfen, scheinen unwichtig, und machen dann fünf Folgen später plötzlich Sinn, wenn man sich denn noch daran erinnern kann.
Serial Experiments Lain ist ein atmosphärisch unglaublich dichter Psycho-Trip. Man stelle sich vor, David Lynch hätte eine Cyberpunk Version von Alice im Wunderland gedreht.
Die Serie verlangt vom Zuschauer die volle Aufmerksamkeit. Zu jeder Sekunde. Nebenbei Essen oder sich unterhalten ist nicht. Man muss seinen Grips benutzen, und wer keinen Spaß an so was hat, der soll lieber die Finger davon lassen.

Leider habe ich nur selten gelegenheit, Serial Experiments Lain jemandem zu zeigen und die Prämisse anschließend zu diskutieren. Meine Frau hat nur bis zur Hälfte durchgehalten (war ihr während der Schwangerschaft zu heftig/“durchgeknallt“).

Playlist:
Dead Kennedys – Fresh Fruit for rotting Vegetables
Antitainment – Cooler Plattentitel
The New York RelX – Sold out of Love

Gamelist:
The World Ends With You (DS)
Borderlands (PS3)

Alle Japaner wollen Sex mit minderjährigen Roboter Mädchen

alle japaner wollen sex mit minderjährigen roboter mädchen
und drehen filme darüber, gute filme
über den wert des lebens, darüber, was einen menschen ausmacht
was es bedeutet am leben zu sein, gute filme
hab erst heute einen gesehen, doch die philosophie ist nur fassade
in wirklichkeit, wollen alle japaner sex mit minderjährigen roboter mädchen
und drehen filme darüber

Tritt in die Nostalgie-Eier!

Die letzten zwei Abende dieser Blockwoche haben ich und ein Klassenkamerad bei einem gemeinsamen Freund in Weinheim verbracht. Wir haben also nach zehn Stunden Schule noch mal für eine Stunde mein Auto geentert, sind nach Weinheim gedüst, haben da gepennt, sind morgens ne Stunde früher aufgestanden um rechtzeitig wieder in der Fachschule zu sitzen – und das Ganze am nächsten Tag noch mal.
Und es war spitze!

Wir haben beide Abende hauptsächlich mit einem alten Brettspiel verbracht, dass besagter Weinheimer Kumpel kürzlich bei Ebay ersteigert hat: StarQuest. Man spielt die aus dem Warhammer 40k Universum bekannten Space Marines (in Deutschland wurden allerdings alle Namen und Begriffe geändert, wohl um das Spiel zu entschärfen), entscheidet über deren Bewaffnung, zieht über das Spielfeld, setzt Befehls- und Ausrüstungskarten ein und trägt tödliche Würfelduelle mit Orks, Androiden und Chaos-Marines aus.
Es hat tierischen Spaß gemacht und trat mir volle Kanne in meine Nostalgie-Eier.

StarQuest FTW!
(For the Emperoooooooooooooooooooooooor!!!)

Was könnte einen mehr an früher Erinnern, als ein Brettspiel, bei dem man als genetisch veränderter Supersoldat fiese Aliens abknallt. Menschen wie mich macht so ein Quatsch nachdenklich.

Ich erinnerte mich an alte Klassenfahrten, auf denen wir den Fantasy Ableger HeroQuest dabei hatten und uns damit die Nächte um die Ohren schlugen.
Es gehörte einem meiner damaligen Freunde, und ein anderer hatte auch StarQuest. Leute, die ich seit gefühlten fünftausend Jahren nicht mehr gesehen habe, die ich jetzt nicht mal mehr auf der Straße erkennen würde, und mit denen ich vermutlich auch nicht mehr viel gemeinsam habe. Aber hier saß ich nun, 27 Jahre alt, mit Menschen die ich kaum ein Jahr kenne, und ich habe mich wieder wie ein zehnjähriger Junge auf einer Klassenfahrt gefühlt. Und es war ein gutes Gefühl, jedenfalls für diese zwei Abende.

Ich dachte also an früher, an alte Freude – aber auch an die neuen Freunde, mit denen ich den Abend verbrachte.

Der schönste Nebeneffekt davon, dass ich endlich meinen Arsch hochbekommen habe… nein, dass ist nicht richtig, dass ist sogar total falsch.
Also, der schönste Nebeneffekt davon, dass mein Sohn mir im noch ungeborenen Zustand so heftig in den Arsch getreten hat, dass ich das heute noch spüre, ist, dass ich Menschen kennengelernt, Freuden gefunden habe, mit denen mich, trotz großer und auch mal nicht so großer Altersunterschiede, viel verbindet. Zwar war ich nicht unbedingt schlecht darin, Leute kennenzulernen (jedenfalls nicht schlechter, als jeder andere zutiefst unsichere Mensch auch), aber wie oft trifft man schon jemanden, mit dem einen auf Anhieb etwas verbindet, den man schon nach kurzer Zeit einen Freund nennt und nicht mehr missen möchte? Vor allem, wenn man den ganzen Tag zu Hause hockt und Videospiele spielt, während die Freundin arbeiten geht.

Allerdings bin ich echt scheiße im pflegen von Freundschaften und Kontakten (das habe ich wohl von meinem Vater…) aber ich versuche mich zu besser, echt ey…

Playlist:
Inner Conflict – Anschlusstreffer
Iron Maiden – Dance of Death
Samsas Traum – a.Ura und das Schnecken.Haus