Doppelplusgut

[Let’s show some love for …] Sunstone!


Dear reader, this is the story of how I met the woman of my life, the one that compli… Wait, don‘t leave yet! This book has lots of Hot Lesbian Bondage Sex!!!! Good… That got your attention…

Man stelle sich vor, 50 Shades of Grey wäre ein Comic. Und wäre von jemandem geschrieben, der sein Wissen über BDSM nicht aus einer fünfminütigen Google-Suche hat. Und die Hauptfiguren wären zwei Frauen. Und richtige Charaktere, mit Wünschen, Bedürfnissen, Persönlichkeit und eben allem, was es braucht, damit fiktive Personen real und menschlich wirken.

Und ja, ich habe 50 Shades of Grey gelesen (und mich dabei köstlich amüsiert), aber ich sehe ein, der Vergleich hinkt ziemlich, denn 50 Shades ist totaler Rotz, Sunstone aber ist großartig.

Es ist die Geschichte von Lisa und Ally, zwei zu beginn einsamen Frauen in den 20‘gern, die über ihre gemeinsame Vorliebe für BDSM zueinander finden und sich ineinander verlieben.
Das klingt, bis auf den lesbischen Bondage-Sex, eher unspektakulär, wird aber durch die sympathischen Figuren, witzige Dialoge und den lebendigen Zeichenstil getragen. „Lebendig“ ist hier sowieso das Stichwort, denn Lisa und Ally wirken beim lesen so real, als könne man ihnen jede Minute in der U-Bahn oder der Schlange an der Supermarktkasse begegnen.

Pornographisch wird das Ganze nie. Klar, es gibt viel nackte Haut und Menschen in Bondage und kreativen Latex-Outfits zu sehen, der Sex selbst, wird aber immer nur angedeutet. Soll heißen, als Leser weiß man, dass gerade etwas passiert ist, was genau, wird aber der Phantasie überlassen.

Geschrieben und gezeichnet wird Sunstone (übrigens das Safeword der beiden Protagonistinnen) von Stjepan Šejić, besser bekannt unter seinem Pseudonym Shiniez, der auch an Witchblade, The Darkness und vielen anderen Comics gearbeitet hat. Veröffentlicht wurde es bisher komplett auf seinem deviantArt Profil, soll aber bald auch in Druck gehen.

Ich habe Sunstone mittlerweile wohl dreimal komplett gelesen und glaube nicht, dass es bisher einen zugänglicheren und besseren Einblick in die Kink/BDSM Welt für Nichteingeweihte (Vanillas, hihi) gegeben hat. Vor allem wird deutlich, dass daran nichts „Krankes“ ist und dass weder beim dominanten, noch beim submissivem Part irgendwas in der Kindheit schief gelaufen ist, sondern dass es eben einfach eine nur eine Art ist, sich auszudrücken und Spaß zu haben.

Da Ally Programmiererin ist, gibt es also Bonus dazu auch noch eine Menge Anspielungen auf die Nerd-Kultur und das Ganze ist auch noch eine potente Liebesgeschichte. Also, alle Daumen nach oben und wer sich an nackter Haut nicht stört, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Shiniez on deviantArt
(Adult Filter ist an, mann muss also eingeloggt sein)

Alle Bilder (c) by Shiniez

The glorious Pipes of Darmstadt!

Über die Band Karmacopter aus Mannheim habe ich hier an verschiedenen Stellen nur gutes verloren – und das völlig zu Recht, schließlich haben die Copters mit ihrem Erstlingswerk „Goodbye Haptik“ eine meiner absoluten Lieblingsplatten der letzten fünf Jahre abgeliefert.

In einer Plattenbesprechung für ein dann leider nie erschienenes Fanzine drückte ich mich anno 2009 so aus:

Ein passendes Adjektiv für den Sound von Karmacopter ist sicherlich: treibend.
Wem die üblichen Indie-/Studentenbands zu lahm, gewöhnlicher Deutschpunk aber zu doof ist, der wird hier vielleicht fündig. Karmacopter mischen abwechslungsreichen Punk(Rock) mit sehr guten, leicht kryptischen Texten. Genau mein Ding. Für die beiden Songs „Neulich im Boot Camp“ und „Vocalhouse“ würde ich die Band gerne heiraten, so als persönliches Dankeschön. Einziges (wenn auch winziges) Manko: Der Refrain von „Verheizt“ klingt total nach Tote Hosen, allerdings würden die vor Freude im Quadrat springen, wenn sie so gute Songs schreiben könnten.
Schickes minimalistisches Layout, alle Texte, weißes Vinyl und Downloadcode. Geiles Teil, geile Band. Bitte mal in der Umgebung von FFM auftreten.

Die zweite EP „California“ ist dann sogar quasi mit auf meinem damaligen Label SPASS BEISEITE RECORDS erschienen. Da ich kurz nach der Veröffentlichung aber leider aufgehört habe, regelmäßig Konzerte zu besuchen und dort Platten und Tapes zu verkaufen, fristen immer noch etwa 60 Exemplare davon ein Schattendasein in einem meiner Schränke. Wer eine haben möchte, kann sich sehr gerne melden *Zaunpfahl* *Zaunpfahl* *Wink* *Wink*

Nun haben Karmacopter leider ihre Auflösung bekannt gegeben, für mich besonders bedauerlich, da ich sie nun nicht mehr Live sehen kann und der Kontakt zur Band darauf beschränkt bleiben wird, dass ich mit Sänger/Gitarrist Van Dante per Facebook Anime-Tipps austausche.

Außerdem kann so ihr letzter Output „Erzkaul bei Nacht“ nicht mehr regulär erscheinen. Cool wie die Copters aber sind, gibt es die Songs für alle Interessierten zum kostenlosen Download und ich kann nur sagen, dass die Abschieds-EP verteufelt gut geworden ist und mir deutlich besser als die California gefällt, die mir persönlich irgendwie zu hektisch und zu kurzweilig war.

Den Stil von Karmacopter zu beschreiben, ist ziemlich kompliziert. In der Fachpresse fallen öfter vergleiche mit der kanadischen Band NO MEANS NO, aufgrund meiner kompletten Unkenntnis bezüglich des Werkes dieser Gruppe, kann ich dazu leider nichts sagen. Ich selbst habe mal zu einer Bekannten gesagt: „Stell dir vor, diese Bands wie Turbostaat und Co. hätten noch bessere Texte und würden auf einmal gute, laute und schnelle Musik machen.“

Was irgendwie auch ein blöder Vergleich ist, da ich überhaupt kein Turbostaat und Co. höre (allerdings meine Bekannte)

Karmacopter spielen einen sehr eigenständigen Mix aus treibenden Punkrock-Parts, Hardcore-mäßigen, sperrigen Breaks und von einer Art von wütender Melancholie getränkten Passagen, die mich irgendwie an Chaos Z/Fliehende Stürme erinnern oder an eine Zeit, als Tocotronic noch cool waren. Und das alles innerhalb eines Liedes, versteht sich.

Auch diese Beschreibung wird dem ganzen nicht gerecht, aber besser kann ich es nicht. Herzstück sind sowieso die meist auf eine angenehme Art verkopften Texte, deren ursprüngliche Intention mir wohl meist verborgen bleibt, die aber oft irgendwo in mir eine bestimmte Seite zum klingen bringen.

Die Band selbst bezeichnet ihren Stil übrigens als Slacker-core (oder als Misanthropop!)

Lange Rede, kurzer Sinn: Karmacopter sind bombe und jeder mit ein bisschen Musikgeschmack sollte sich die Erzkaul bei Nacht runterladen (Anspieltipp: The glorious pipes of darmstadt, tausend tode) und am besten auch gleich das komplette Gesamtwerk besorgen!

Karmacopter / Web / Facebook / Bandcamp

Wort zum Montag!

DAS! TAUSEND! MAL!! DAS!!!

Bester Cartoon des Monats, Jahres, Universums! Und wird noch lange nicht genug abgefeiert. Checkt das aus:

Egon Forever / Homepage / Facebook

Kleider machen Leute!

Hey, ich dachte mir, ich gehe jetzt auch unter die Fashion-Blogger, weil davon gibt es noch nicht genug.

Mein absoluter Mode-Tip daher: Jeans und T-Shirt. Das ist genau mein Ding, will heissen, was anderes gibts bei mir nicht.

Zu alten Szene-Zeiten durften es natürlich nur schwarze Band Shirts sein. Mein erstes war das Cover von der Platte „No Cause for Concern“ von Vice Squad. Das blieb auch langze Zeit mein Einziges, weshalb ich es ständig trug und selten wusch. Damals hatte ich auch jeden Tag dieselben Schuhe an.
Später kamen natürlich diverse andere Shirts hinzu, hauptsache Bandnamen standen drauf.

Wie dieser Blog hier vermuten lässt, hat sich mein Aufmerksamkeitsfokus deutlich hinzu den diversen „Nerd“ Themen verschoben (wobei die natürlich auch zu meiner Punker Zeit schon präsent waren.) Das wirkte sich in den letzten Jahren auch verstärkt auf meine T-Shirt Sammlung aus und daher will ich hier nun einige meiner Lieblingsstücke präsentieren:

Weyland-Yutani / Alien

I am your Father!

Mehr Fotos nach der nächsten Maus … (mehr…)

The princess is in another castle!

Keine Ahnung, warum ich das hier noch nicht rumgezeigt habe. Drängt sich als Content ja förmlich auf. Daher nun ohne Umschweife; Bilder von unserer Hochzeitstorte:

made by: Tortenwahn (Seite momentan down)

Wie ich Lisa dazu überreden konnte? Keine Ahnung, die Frau mag mich wohl einfach ^^

PS: Das Flickr-Gedöns nervt irgendwie ganz schön. Fotos hochladen ist so ziemlich dass einzige, was mir hier bei Blogsport/Wordpress absolut nicht gefällt …

Fanboy Rage!

As a reaction to Bennett’s Review of The End of Evangelion :

… I really tried to write something that didn‘t make me sound like a stupid fanboy, but … no. Just. No.

So, fuck you! End of Evangelion is awesome and you suck for not liking it!

No, for real: I found it funny, how hard it was for me to watch this review. I literally had to stop it twice, cause the fanboy-rage inside me was so strong I could not continue watching. Funny part is, I really like Final Fantasy, but I also like seeing The Spoony One rip the games a new one. No problems there.

But, if someone touches my beloved Evangelion, I am in full nerd rage mode … Sure, the movie is weird, gross, dark, violent, kind of unfocused and overall one big mindfuck, and nearly everyone in it is either a whiny asshole oder a big asshole, but I love it!

So, lets all watch the end of the world (as we know it):

Goodbye Haptik!

Erst heute wieder gehört, eine der besten deutschen Punkrock-Platten des neuen Jahrtausends. Und gleich folgend, der letzte und fast beste Song des Albums. Zweite 7″ Vinyl Single der Band ist damals mit auf meinem Label erschienen.

Morgen ist übrigens Kindergeburtstag, da wären ein paar Downer sicher auch angebracht.

Karmacopter - Downer

cut! das ding ist im kasten, die szene ist abgedreht, die statisten sind hungrig,
und das licht langsam weg, hast den downer geschmissen, halb bewußtlos
im bett, 4:30 muss reichen, bevor es weiter geht

kann schon sein daß es spät ist, kann schon sein daß vielleicht,
jeder kriegt was ihm zusteht, und was zum leben reicht

in der kraft liegt die ruhe, und im wind liegt der sturm,
die schöhnheit nur beim betrachter, und in taten ein grund

mag ja sein daß es erst anfängt, mag sein daß es weitergeht
kann sein daß es gar nicht so mieß war, und wir uns weiter drehn

und das weitere vorgehen resultiert aus dem was uns interessiert
könnte klappen, könnte gut gehn, und der rest ist eigentlich scheissegal
das weitere vorgehen resultiert aus dem was wir konsumieren
vielleicht abgehen, vielleicht heimgehen, und „chasing amy“ zum 50. mal sehn
und vielleicht merken wir dann endlich was von dem scheiß,
halt durch, halt aus, halt fest, halt still

die rechnung sollte schon aufgehen, 2x falsch = 1x gut, und zwei mal links ist ein u-turn,
und zwei fäuste sind wut, wie ne bombe ohne zünder, wie ein bild ohne ton,
wie die welt aus den angeln, wie ein griff ohne halt fest, halt aus, halt durch,
halt still, still.

Armseliger Faust, ich (er)kenne dich nicht mehr!

Ich mag Goethes Faust. Habe den ersten Teil zur Schulzeit gelesen, vermutlich um meinem Deutschlehrer zu imponieren, oder weil ich dachte, dass würde mir einen tieferen Zugang zu den Texten von „Samsas Traum“ verschaffen … aber egal. Ich verschlang der Tragödie erster Teil zügig und mir gefiel das Gelesene sehr gut, was bei so alten Meistern ja nicht selbstverständlich ist. Direkt im Anschluss versuchte ich es auch mit Teil zwei, brach das aber relativ schnell wieder ab und halte es bis heute für unleserliches Geschwurbel, Goethe hin oder her.

Jedenfalls hatte ich seitdem das Bedürfnis, das Ringen des Dr. Faust auf einer Bühne zu sehen. Dazu muss man sagen, dass meine Berührungspunkte mit dem Theater zwar spärlich gesät sind, aber nicht sooo spärlich, wie man meinen könnte. Mein alter Weggefährte M. (der übrigens hier sporadisch bloggt) z.B. wirkte immer mal wieder in Theaterprojekten mit, und wenn ich es einrichten konnte, habe ich mir seine Auftritte (unter anderem in einer Bühnen-Fassung von Tarantinos „Reservoir Dogs“) gerne angesehen. Außerdem dürfte ich zweimal die großartige „Dramatische Bühne“ genießen, einmal bei good old Shakespeares „Wass ihr wollt“ (sehr geil) und einmal bei einer Musikal-Interpretation des SciFi-Trash-Klassikers „Barbarella“ (strange, aber gut).

Ich bin ergo kein Theaterkenner, aber ich habe schon einmal eine Bühne gesehen und weiß, dass sich die Schauspieler am Ende ca. 5000 mal verbeugen.

Zurück zur Faust. Zu meinem jüngst erfolgten Geburtstag habe ich also Theaterkarten für Faust im Schauspiel Frankfurt bekommen und so gings schwups nach der Schulwoche in meine besten Ausgehklamotten (Foto folgt) und mit Mutti ab in die Mainmetropole.

Im Vorfeld war ich etwas besorgt, ob es sich nicht um eine moderne Version des Stücks handeln könnte, denn darauf hatte ich überhaupt keinen Bock. Wenn schon Goethe, dann bitte richtig und mit einer dicken Staubschicht. Keine zehn Minuten, nachdem der Vorhang hochgezogen wurde, war klar, hier handelte es sich sogar um eine SEHR moderne Version des Stoffes. Auf der Bühne stand eine Live Band, also Gitarre/Bass, Drums und Keyboard/Klavier (stilecht in braune Mönchsroben gekleidet), die die musikalische Untermahlung übernahmen. Anfangs hielt ich das noch für eine gute Idee, schließlich kommen auch im Originaltext Musikstücke vor, allerdings wurde hier zu inflationär davon gebrauch gemacht. Spätestens als Mephistopheles ein ellenlanges Gitarrensolo spielte, war ich mehr als bedient.

Hat es mir also nicht gefallen? Keineswegs, denn die Schauspieler waren großartig. Zwischen Faust und Mephisto herrschte eine fabelhafte Chemie, was ihre gemeinsamen Szenen und Streitgespräche sehr unterhaltsam machte. Bis auf einige Zwischensätze und gekonnt eingeflochtene Patzer wurde auch ausschließlich der Originaltext rezitiert, sehr zu meiner Freude.

In der Halbzeitpause ging es nach draußen rauchen. Direkt gegenüber vom Schauspielhaus residieren die Reste des Occupy-Camps und ein Punker mit obligatorischem Hund schnorrte die Theatergänger an. War sehr befremdlich, hier im Anzug (und Metalshirt) zu stehen, während ich vor ein paar Jahren eher noch zu der anderen Gruppierung gehört hätte. Der schnorrende Punker kam mir auch irgendwie bekannt vor, wenn man aber bedenkt, wie lange meine Straßenpunk Tage in Frankfurt her sind, war das vermutlich Zufall. Geld hatte ich leider keins einstecken, aber eine Zigarette rückte ich gerne raus.

Nach der Pause gabs noch ca. 60 Minuten Endspurt, die ich aufgrund meiner Verfassung (müde, müde und schon etwas müde) aber nicht mehr wirklich genießen konnte. Im Vorfeld hieß es übrigens, der Mephisto sollte ein „bekannter Schauspieler von außerhalb“ sein, laut mighty Google hat er in „Sonnenallee“ und einem „Tatort“ mitgespielt, sowie irgendwelchem TV-Kram den ich zum Glück nicht kannte. Gut war er aber schon, oder halt auf Koks, oder Egomane, oder alles. Erwähnen möchte ich nur noch die Rolle des Gretchens, die ich im Original (Zeitgeist hin oder her) für eine unerträglich blöde Tussi halte, die nicht bis drei zählen kann und die hier auch optisch als blöde Tussi zu erkennen war. Naheliegend.