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Brot macht einen Fett??!!

Obwohl Amazon bei meiner Vorbestellung als Lieferdatum irgendwas mit ende August angab, hatte ich vorletzte Woche plötzlich völlig unvorbereitet Seconds, das neue Werk von Bryan Lee O‘Malley, dem Superhirn hinter Scott Pilgrim, im Briefkasten.

Und nun, wo ich es bereits zweimal gelesen habe, kann ich eines mit Erleichterung sagen: Seconds ist kein lauer Versuch, irgendwie an den Erfolg von Scott Pilgrim anzuknüpfen. Es gibt keine Popkulturzitate, keine Videospiele, keine Musik und es wird nicht gekämpft. Und obwohl Seconds durchaus seine wirklich lustigen Momente hat, ist der Grundtenor eher ernst.
Der Vergleich zu O‘Malleys Erstlingswerk Lost at Sea passt hier also deutlich besser, als mit Scott Pilgrim.

Aufmerksame Leser wissen, dass ich kein großer Freund von Inhaltsangaben und Co. bin, daher nur in aller Kürze:

Seconds handelt von der Köchin Katie. Sie führt ein Restaurant mit Namen Seconds. Um Geld zu sparen, wohnt sie unter anderem auch dort, denn sie möchte ein neues Restaurant aufmachen, um sich dort besser zu verwirklichen zu können.
Mittels geheimnisvoller Pilze und des Hausgeistes Lis bekommt Katie eines Tages die Möglichkeit, begangene Fehler rückgängig zu machen und den Lauf ihres Lebens zu ändern. Natürlich kommt es, wie es kommen muss; sie übertreibt es mit dem Ausbessern von dem, was sie für große Fehler hält und beschwört damit etwas herauf, dass sie nicht mehr kontrollieren kann.


Das klingt jetzt vielleicht wie die Handlung einer Familienkomödie aus den 80‘gern aber O‘Malley wäre nicht O‘Malley, wenn er dem Ganzen nicht seinen unverwechselbaren Stempel aufdrücken würde. Will sagen, auch hier haben wir sehr plastisch wirkende Charaktere, die uns schon nach wenigen Bildern vertraut vorkommen und über die man einfach mehr erfahren will. Die Dialoge sind trotz der ernsten Prämisse oft sehr lustig und einfach großartig geschrieben. Der Zeichenstil tut dann sein Übriges (sehr farbenfroh und irgendwie gleichzeitig minimalistisch und detailliert), dass man Seconds nicht mehr so schnell aus der Hand legt und trotz der leicht über 300 Seiten bequem auf einen Schlag durchlesen möchte.

Bryan Lee O‘Malley weiß bestimmt, dass ihm so ein genialer Glücksgriff wie Scott Pilgrim nicht noch einmal gelingen wird und ich bin wirklich froh, dass er es auch gar nicht versucht, sondern sich ganz anderen Geschichten zuwendet.

Volle Punktzahl also für Seconds. Wenn eine deutsche Übersetzung erscheint, hole ich mir die vermutlich auch noch.

Wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist, sollte sich unbedingt auch noch den ausführlicheren Artikel von moepOr ansehen!

Playlist:
Bambix – Club Matuchek
Placebo – Without You I‘m Nothing
Karmacopter – Erzkaul bei Nacht

Gamelist:
Skyrim (PS3)
Persona 3 Portable (Vita)
Catlevania: Symphony of the Night (Vita)

I don‘t like the people (but the people like me)!

Home sweet home! Eine Woche Freizeit ist vorbei und ich bin wirklich froh, wieder daheim zu sein.

Zum besseren Verständnis: Ich arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit seelischer Behinderung (aka psychisch Kranke) und bin dort in den Außenwohngruppen und im Eingliederungsbereich tätig. Freizeit bedeutet, dass wir mit den Bewohnern in Urlaub fahren. Urlaub für sie, Arbeit für uns.

Ich war also mit einer Kollegin und sechs Bewohnern eine Woche an der Ostsee. Es war das erste Mal, dass ich mitgefahren bin und ich war sehr gespannt, was mich erwartet.
Gleich am ersten und zweiten Abend war ich ziemlich genervt und geschafft und bereute meine Entscheidung, danach wurde es aber deutlich entspannter und hat alles in allem doch viel Spaß gemacht und ich kann mir auch vorstellen, wieder bei so etwas mitzumachen.

Trotzdem war es für mich sehr anstrengend und zwar aus einem einfachen Grund: (Achtung, jetzt platzt eine Bombe!) Menschen nerven mich. Tierisch. Sie um mich herum zu haben, mich an sie anzupassen und mit ihnen zu interagieren ist für mich Schwerstarbeit und leert meine Akkus erstaunlich schnell. Meine Berufswahl erscheint unter diesem Gesichtspunkt irgendwie ironisch, denn mich auf Menschen einzulassen ist quasi mein wichtigstes Handwerkszeug.

Nun ist es aber natürlich was anderes, einfach „nur“ 10 Stunden Dienst zu haben und danach nach Hause zu gehen, oder die Arbeit 24 Stunden am Tag, für 7 Tage mit sich herumzutragen.
Wobei die Bewohner, für die das ja auch eine besondere Situation ist, das alles wirklich toll gemeistert haben und mein genervt sein hatte auch nicht wirklich etwas mit ihnen zu tun.

Wie man so schön sagt: Ich war mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Wenn dann abends so gegen 22 Uhr die Leute langsam tablettenschwer ins Bett fielen, zog ich mich auch recht schnell auf mein Zimmer zurück und zückte meine getreue PS Vita. Nachdem ich durch das Anzocken von The Last of Us wieder etwas mehr Toleranz für Zombie-Apocalypsen habe, hatte ich mir extra die komplette erste Staffel des Walking Dead-Adventures besorgt und zockte so jeden Abend eine Episode.

Das dieses Spiel großartig ist, weiß außer mir wohl schon jeder. Zweimal habe ich fast geweint. Kein Scheiss. Nach Abschluss von Episode 5 ging es weiter mit Persona 3 Portable.

Als Lektüre für unsere diversen Strandtage plünderte ich den nächsten Supermarkt nach interessanten Videospielmagazinen. Außer einem mir bis dato unbekannten Mag mit Namen Retro Gamer kam dabei aber wenig Brauchbares zutage.

Also, ich bin wieder da und hab jetzt erstmal ganze vier Tage frei. Was mache ich nur, mit der ganzen Freizeit …

Ist dieses Sushi gerade explodiert?!

Da es jetzt am Sonntag für eine Woche mit der Arbeit auf Freizeit geht, nutzte ich meine geballten freien Tage vorher, um endlich mal wieder bei Seb vorbeizuschauen. Mit ihm drückte ich bis vor einem Jahr noch die Fachschulbank und wohnte das letzte Kursjahr auch bei ihm, weshalb wir viel Zeit mit Zocken, Filme schauen, etc. verbrachten.

Ursprünglich hatte ich einen Pathfinder-Abend in etwas größerer Runde geplant, daraus wurde aber leider nichts, also beschloss ich, alleine die weite Reise ins badische Mosbach anzutreten.

Da ich durch die Hörbuch-Version von Fight Club wieder lust auf eben jene hatte, brannte ich im Vorfeld noch schnell Die Stadt der träumenden Bücher (RIP Dirk Bach), aber mein Auto weigerte sich einfach, die CD zu lesen. Also gabs fast die ganze Fahrt über Ramones zu hören (RIP Tommy).

Da ich extrem pünktlich losgefahren war, kredenzte mir Seb nach meiner Ankunft erstmal ein feines Frühstück. Was ein Service, ey. Danach spielten wir uns gegenseitig unsere neusten Lieblings-Youtube-Videos vor, was ich natürlich nutzte, den BABYMETAL-Virus weiter zu verbreiten.
Als Nächstes zogen wir los, ein paar Partien Tischtennis zu spielen. Das hat bei uns Tradition, seit wir uns mit Tischtennis in den Lernpausen vor Klausuren (und besonders vor den Abschlussprüfungen) abreagierten. Manchmal gingen wir dafür auch in den Wald und kloppten mit Schwertern aufeinander ein.

Nach zwei Spielen, die Seb beide in drei Sätzen gewann (der war mal im Verein, ich schwöre, ey) war es uns aber bereits zu heiß, also ging es zurück in sein Domizil um ein bisschen Magic: The Gathering zu spielen. Seb hatte potente neue Karten/Decks am Start, weshalb ich mit meinen altbackenen Decks ziemlich lahm aussah. Er rief noch den Sänger seiner Schrammel-Punk-Kombo an, ob er nicht auch lust auf ne Runde Magic hätte.

Die Wartezeit vertrieben wir uns mit dem Aufbau meiner mitgebrachten PS3 und eines zweiten Fernsehers, sowie dem obligatorischen System-Update der PS3. Ein paar Banditen in Borderlands 2 abknallen konnten wir auch noch, bis sein Kumpel da war und wir zu dritt Magic spielten. Auch hier konnte ich mit meinen Lieblingskarten nicht viel reißen und stieg kurzfristig auf mein fieses Infizieren-Deck um, um wenigstens einen billigen Sieg zu kassieren.

Nachdem Sebs Kumpel sich wieder getrollt hatte, legten wir eine feine Borderlands 2 Session hin, danach gab es Essen, bei uns obligatorisch bestehend aus Nudeln mit Tomatensoße. Beim Futtern tauschten wir uns über unsere berufliche Situation aus und besprachen das restliche Abendprogramm. Filme waren nun angesagt.

Unsere kontrastreiche Auswahl bestand dabei aus:

Der Pate
Hatten wir beide peinlicherweise noch nie gesehen und fanden wir beide ziemlich klasse. Konnten aber trotzdem während des gesamten Films nicht die Klappe halten und fragten uns ständig gegenseitig, wer denn nun der da wäre, wer gerade wen umgebracht hatte usw. Seit Taxi Driver, Scarface und jetzt eben auch Der Pate, habe ich fast alle Titel von meiner „Filme die man unbedingt gesehen haben sollte“-Liste durch. Nur Rocky Horror Picture Show fehlt noch.

Alien vs. Ninja
Den hatte ich schon mal gesehen, war aber dabei eingeschlafen. Kurz bevor ich einschlief, wurde gekämpft. Als ich wieder aufwachte, wurde gekämpft. Diesmal hielt ich durch. Spaßiger Japano-Fun-Splatter mit ansehnlich choreographierten Fights und coolen Monstern, dargestellt von Menschen im Gummianzügen.

Tokyo Gore Police
Seb war von AVN so angetan, dass er den Fehler machte, mich zu fragen, was für Filme in der Art von AVN oder Machine Girl ich noch kennen würde. Eine ganze Menge, sagte ich, aber überspringen wir die doch und ich zeige dir gleich den besten/abgefahrensten/anstrengendsten.
Also gab es als Betthupferl das epische, künstlerisch wertvolle und vollkommen durchgeknallte Meisterwerk Tokyo Gore Police. Der Name ist Programm. Jede weitere Beschreibung erübrigt sich, denn das muss man einfach selbst gesehen haben.

Für den nächsten Tag nahmen wir uns vor, beim Frühstück gleich da weiterzumachen und Robo Geisha zu schauen. War uns aber dann doch zu anstrengend, weshalb wir das Frühstück auf kurz vor knapp verschoben und lieber noch ein paar Stunden Borderlands 2 spielten.

Und dann musste Seb leider zum Spätdienst und ich meiner Frau mal wieder die Kinder abnehmen, weshalb wir uns rasch verabschiedeten, ich mir The Last of Us auslieh und dann im Eiltempo den Heimweg antrat.

Immer noch frustriert wegen der nicht funktionierenden Hörbuch-CD, verkürzte ich mir die Fahrt mit einigen Folgen Masters of the Universe.

Und dann war der Spuk schon wieder vorbei. Hoffentlich, auf bald.

The Battle For Everyone’s Portable Soul!

Spoony hates everything! And this time I am with him! Well … sort off …

Seinen (komödienhaft überzogenen) Hass auf Final Fantasy X konnte ich noch nie nachvollziehen und auch FF VIII finde ich nicht so schlimm, aber Teil X-2 (How do you sequalize a sequel?) ist einfach … meh! Alles ist weder wirklich gut noch schlecht. Das Kampf-/Jobsystem: ist ok. Die Story: ist vorhanden. Die Charaktere: sind da, ja. Aber nichts hinterlässt einen bleibenden Eindruck oder lässt einen kreativen Funken erkennen.

Zugegeben, ich habe bisher nur etwa 10 Stunden gespielt, aber es kam mir so vor, als würde ich einen der vielen uninspirierten J-RPG Aufgüsse spielen, der versucht, im Fahrwasser von Final Fantasy auf Käuferfang zu gehen und keinen „echten“ Teil der Serie.

Es ist also ganz nett, dass X-2 als Downloadcode beim Kauf von Teil X dabei war und ich es so mal anspielen konnte, aber das war es dann vermutlich auch mit dem Thema.

Viel wichtiger:

Um das Loch zu füllen, dass der Abspann von Persona 4 in meinem Herzen hinterlassen hat, habe ich mir Persona 3 Portable (im Bundle mit Persona 2: Innocent Sin) besorgt. Zwar fand ich P3 nicht mal ansatzweise so großartig wie Teil 4, trotzdem habe ich gerade viel Spaß damit und bin erstaunt darüber, wie wenig die doch sehr drastischen Änderungen zwischen der normalen PlayStation 2 Version und der tragbaren PSP-Version den Spielspaß angreifen.

Denn für die portable Ausgabe wurden nicht nur die animierten Zwischensequenzen gestrichen, auch die In-Game-Cutscenes fehlen vollständig und wurden durch Standbilder im Stile eines Visual-Novels ersetzt. Klingt erstmal doof, tut dem Ganzen aber wie gesagt keinen Abbruch, da die Persona Spiele ja eh zu 80% aus den Unterhaltungen mit NPCs und zu 20% aus Grindorgien in zufallsgenerierten Dungeons bestehen. Und das klappt auch hier hervorragend. Zusätzlich hat P3P noch einen neuen, weiblichen Hauptcharakter, der auf andere Social Links trifft und natürlich veränderte Dialoge hat.

Bin schon gespannt, ob ich Persona 3 diesmal zum Ende bringe. Zwischendurch werde ich auch sicherlich in Teil 2 mal reinschauen.

Gamelist:
Persona 3 Portable (Vita)
Shadowrun: Returns (PC)
Hearthstone (PC)

Endless Fantasy!

Lieblingsband ist ein Status, der von mir extrem phasenweise vergeben wird. Diese Phasen dauern zwischen einer und ca. acht Wochen und sind von exzessiver Dauerbeschallung mit entsprechender Lieblingsband gekennzeichnet. Manche Phasen/Bands wiederholen sich, andere nicht. Und ich glaube, das ist bei den meisten Menschen so …

Jedenfalls war das aktuelle Jahr, was musikalische Phasen angeht, bisher recht abwechslungsreich. Nach meiner regelmäßig wiederkehrenden Iron Maiden-Phase, hatte ich eine (ebenfalls häufig auftretende) Inner Conflict-Phase, eine Kaput Krauts-Phase, eine Offspring-Phase, eine Tragedy-Phase und eine kurze Toxic Narcotic-Phase.

Wenn man wollte, könnte man auch alles in eine Metal- und eine Punk/Hardcore-Phase gruppieren. Momentan bin ich in einer absonderlichen Phase, denn außer BABYMETAL höre ich fast nur noch ANAMANAGUCHI.

Auf eben jene bin ich durch den Soundtrack zum Scott Pilgrim Spiel aufmerksam geworden, der komplett von ihnen eingespielt wurde. Spiel und Musik habe ich ziemlich abgefeiert. Als dann irgendwann letztes Jahr das aktuelle Album Endless Fantasy erschien, musste ich das unbedingt haben, war zuerst aber enttäuscht. Zu viele Filler und Songs, die so poppig waren, dass ich damit überhaupt nichts anfangen konnte.

Doch jetzt, nach unzähligen Durchläufen, gefällt mir das Album total gut und kann fast mit dem Scott Pilgrim Soundtrack konkurrieren. Und einen der ganz großen Songs will ich hier featuren, wegen dem obergeilen Video und weil mir nach einem anstrengenden Tag alleine dieser Song ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Fuck Yeah Chiptunes!

Spiel‘s noch einmal, Sam:

Apocalypse Dudes!

Nach den ganzen Game-zentrierten Beiträgen jetzt mal wieder was rein Persönliches.

Als ich zuletzt mal wieder bei einem Treffen meiner Schreibgruppe einkehrte, kamen wir zügig auf George R.R. Martin zu sprechen und kurz darauf, hatte ich oben abgebildetes Buch in der Hand.
„Ein Kinderbuch vom Lied von Eis und Feuer Autor? Muss ich haben“, war mein exakter Gedankengang und mittels Wischtelefon (Hallo Oli) und mobilem Internetz habe ich es auch gleich bestellt. Jetzt muss ich es nur noch Probelesen, ob das für meinen Ältesten auch schon geeignet ist. Hoffentlich schon, denn abends den Sprössling ins Bett bringen und vor dem Schlafen gehen ein bisschen George R.R. Martin vorlesen, das hat doch was.

Apropos Bücher, schreiben, lesen usw.:
Meine Frau hat beim Ausmisten von alten Kisten etwas skurriles zutage gefördert. Sie selbst wusste gar nicht, was sie da in der Hand hielt und auch ich selbst musste zweimal hingucken … eine ausgedruckte Version meines ersten Versuchs einen Roman zu schreiben. Habe kurz darin geblättert und wurde auf jeder Seite schon nach 2-3 Sätzen von einer aufsteigenden Welle der Peinlichkeit erfasst, so dass ich den dicken Ordner (müssten so 150 Seiten sein) wieder weglegen musste.

Wenn man bedenkt, dass ich zum Zeitpunkt der Entstehung 15 Jahre alt war, ist das sicherlich zu verzeihen, trotzdem ist es aus heutiger Sicht ein unglaublich mieses Machwerk. Papierdünne Story, zusammengeklaut aus allem, was ich damals so gut fand; und da gerade meine Anime-Phase richtig begann, war das vor allem: Akira, Neon Genesis Evangelion und Armitage III und etliche andere Mecha/SciFi-Filme. Dabei habe ich mich fröhlich an Namen, Themen oder ganzen Plotpoints bedient und das dann mit Dialogen gewürzt, für die sich selbst die meisten Reality-Serien schämen würden.

Das Allerschlimmste ist aber der Name, der für mein 15-Jähriges ich wohl den Gipfel der Coolness darstellte: Rider‘s of the Apocalypse

In irgendeinem Forum für FanFiction habe ich auch mal einzelne Kapitel davon online gestellt. Die Seite gibt es aber hoffentlich schon lange nicht mehr und selbst wenn, nicht mal unter schlimmer Folter würde ich versuchen, mich an die Adresse zu erinnern.

Playlist:
Das Stört – Der erhobene Zeigefinger
Toxoplasma – … spielen ihre Lieder
BABYMETAL - キバオブアキバ

Gamelist:
Danganronpa: Trigger Happy Havok (Vita)
Borderlands 2 (Vita)

Conductor of the Poop Train!

Woran merkt man, dass man auf ein wirklich interessantes Spiel gestoßen ist?

Wenn man einfach nur mal kurz reinschauen will und fest geplant hat, danach gleich weiter Borderlands 2 zu spielen … und plötzlich sind 6 Stunden Spielzeit vergangen (natürlich nicht am Stück) und Borderlands 2 liegt einsam in der metaphorischen Ecke herum.

So ging es mir mit dem Blindkauf Danganronpa:Trigger Happy Havok. Ich hatte bei irgendwem auf Twitter gelesen, dass das ziemlich cool sein soll und es dann zusammen mit BL2 bestellt und ja, es ist ziemlich cool. Mehr als das.

Es ist vor allem sau strange und entfaltet eine Sogwirkung, derer ich mich in meiner spärlich gesäten Freizeit bisher nicht entziehen konnte.

D:THH ist eine Mischung aus Visual-Novel und Adventure. Man ließt also ewig viel Text (Sprachausgabe ist vorhanden, kommt aber nur bei wichtigen Ereignissen zum Einsatz), spricht mit den anderen Charakteren, klickt auf Gegenstände und löst Rätsel. Genauer gesagt, löst man Mordfälle.

Es geht um eine Gruppe von Schülern, die in ihrer neuen Elite-Schule gefangengehalten werden. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Schule jemals zu verlassen. Einen Mitschüler umzubringen … und damit davonzukommen.

Dazu hat man als Protagonist nach jedem Mord die Gelegenheit Hinweise zu sammeln und in einer Art Gerichtsverhandlung vorzubringen. Entlarvt man den Mörder, wird er bestraft (=hingerichtet), tippt man auf den falschen, bzw., kann seine Mitschüler nicht überzeugen, für den Mörder zu stimmen, macht der Mörder seinen Abschluss (= er kommt frei) und ALLE anderen werden bestraft (=hingerichtet).

Die Verhandlungen erinnern dabei an Ace Attorney, das in der Schule gefangen sein an Corpse Party und Schüler die sich gegenseitig töten natürlich an Battle Royal.

Das alles wird mit vielen optischen Spielereien präsentiert, die die etwas gewöhnungsbedürftige 2,5D-Optik aufwerten.

Ich selbst bin erst in Kapitel 2 und habe meinen ersten Mord aufgeklärt und bin sehr gespannt, wie das Ganze weitergeht. Für einen Blindkauf bin ich also mehr als zufrieden.

Und ja, Borderlands 2 immer in der Tasche dabeihaben ist so ziemlich die beste Idee, die jemals jemand hatte. Da fange ich doch auch gerne nochmal von vorne an. 6 DLCs sind auch mit dabei, außerdem gibts Cross-Saving zwischen Vita und PS3 und die Möglichkeit, online zu spielen, egal welche Konsole die anderen Spieler haben.
Eines der suchterregendsten Spiele ever und jetzt hat man es eben überall dabei … z. B., auf dem Klo und im Wartezimmer. Fett!!!

The Battle For Everyone’s Soul!

Während ich das schreibe, läuft auf der Vita neben mir der Abspann von Persona 4 Golden. Nach 64 Stunden und 56 Minuten und einigen falschen Abzweigungen (die mir auch das „Bad Ending“ beschert hatten), habe ich das „True Ending“ freigeschaltet und so ziemlich alles gemacht, was man beim ersten Durchgang – also ohne New Game+ – tun kann.

Und ich habe dieses Gefühl dabei, das schwer zu beschreiben ist, aber das jeder kennt, dieses Gefühl, dass man bekommt, wenn man ein gutes Buch zuklappt oder einen großartigen Film gesehen hat.
Ich habe in letzter Zeit wieder viel gespielt, aber schon lange hat kein Spiel mir mehr dieses Gefühl gegeben. Ein Gefühl der Vollständigkeit und Befriedigung, wie es eben nur ein außergewöhnliches Game kann.

Persona 4 Golden ist mit Abstand das beste Japano-Rollenspiel, und locker auch das beste Spiel überhaupt, dass ich seit langer, verdammt langer Zeit spielen durfte.

Dabei muss man sagen, dass die Story lediglich ganz in Ordnung, und die Prämisse, besonders für J-RPGs, ziemlich abgeschmackt ist, aber P4 hat einfach eine Menge Herz und Charakter. Und tolle Charaktere; eben Charaktere mit Charakter. Die zwar typische Anime-Klischees bedienen (alle fahren auf den stummen Protagonisten ab, süße Schulmädchen die einen Senpai nennen usw.), dabei aber trotzdem lebendig wirken und einem ans Herz wachsen.

Schon der Vorgänger auf der PS2 hat mir sehr gut gefallen, aber irgendwie wollte da trotz ebenfalls 60-70 Stunden Spielzeit der Funke nie so komplett überspringen, auch wenn das Spielprinzip (ich beschrieb es jemandem mal als Mischung aus Diablo, einer Dating-Simulation und Pokemon) nahezu identisch ist und auch Persona 3 von interessanten Charakteren bewohnt wird.

Aber Teil 4 (und besonders die Golden-Version) ist einfach so ein extra vollgestopftes Paket an Content, dass es einen förmlich erschlägt. Allein die ganzen Fetch-Quests, und die Quizshow und alle Social-Links und Jobs und natürlich die gute (englische) Synchronisation, toll animierte Zwischensequenzen, ach, ich könnte ewig so weiter schwärmen.

Und jetzt bin ich echt traurig … weil dieses geniale Spiel vorbei ist und ich mich noch in dieser Phase befinde (und noch eine Weile befinden werde), in der mir jeder andere Titel, mit dem ich mir die Zeit zu vertreiben versuche, wie kalter Kaffee vorkommt …

Und deshalb ziehe ich meinen imaginären Hut vor Persona 4 und spreche trotz des Nischen-Genres eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung aus! Mehr noch: wenn du eine PS Vita besitzt und P4G noch nicht gespielt hast, komme ich persönlich zu dir nach Hause und haue dir eine rein. Ins Gesicht!

Und ja, das auf dem Bild ganz oben ist ein T-Shirt. Ihr dürft vor Neid erblassen, danke.