Archiv der Kategorie 'Thoughts'

Der Marathon-Mann!

Karius and Backtus in your house touching your stuff!

Die letzten vier Tage habe ich hauptsächlich mit zwei Dingen verbracht: Täglich 4-8(!) Stunden in einem Zahnarztstuhl zu sitzen und brav „Ahhh“ zu sagen und abends, nachts und überhaupt sau viel The Elder Scrolls 5: Skyrim zu spielen.

Zu der Zahnarztsache muss man wissen, dass meine Schwägerin im letzten Semester ihres Zahnarztstudiums ist und momentan ihr Staatsexamen macht. Für den praktischen Teil hatte ich mich als Versuchskaninchen angeboten. Weil es für mich Gratis-Zahnbehandlung bedeutet und meine Schwägerin echt sau gut ist. Wenn es von mir bis nach Jena/Weimar nicht so weit wäre, würde ich echt am liebsten nie mehr jemand anderen an meine Zähne ranlassen.

Der obligatorische Nachteil war, dass meine Zähne echt in einem desolaten Zustand sind (immer schön die Zähne putzen, Kids!), also viel zu tun war und das Ganze in einer Prüfungssituation natürlich nochmal länger dauert. Jeder Schritt muss von zwei Ärzten abgesegnet werden und die kommen selten gleichzeitig, daher muss jedes Mal gewartet werden.

Besuche beim Zahnarzt sind ja manchmal schon seltsam genug, noch seltsamer ist es aber, wenn im Raum noch ca. 20 weitere Behandlungsstühle stehen, überall um einen herum Bohrer surren und Sauger Speichel absaugen und bei der Oberarztvisite plötzlich die Oberärztin, ein Assistenzarzt, die zwei Studenten, die gerade an einem herumwerkeln und noch eine Traube weiterer Studenten, die die Oberärztin was fragen wollen, um einen herumstehen und interessiert in den offenen Mund gucken, als wäre da Gold drin versteckt.

Nach den Mammutbehandlungen zog ich mich in das (viel zu coole) Zimmer meines Neffen zurück und vergrub mich bis über beide Ohren in Skyrim. Um nichts dem Zufall zu überlassen, war ich mit kompletter PS3, zwei Controllern, Spielen und Co. angereist, obwohl ich eigentlich wusste, dass alles vorhanden war.

Anfang des Monats hatte ich einen neuen Charakter angefangen – Dunkelelfin, Assassine, Haupttalente: Schleichen und Bogenschießen – und am dritten Tag meiner Zahnbehandlungsodysse schaute ich dann abends mal auf die gespielte Zeit, die mein aktuellster Speicherstand hatte. Und da guckte ich nicht schlecht, denn da stand irgendwas mit rund 50 Stunden. Innerhalb von nicht mal 30 Tagen.

Ok, zugegeben, ich hatte die letzten 1-2 Wochen auch außergewöhnlich viel Zeit zu zocken. Lisa war mit den Kindern ohne mich ein paar Tage Zelten (konnte nicht, weil Arbeit) und jetzt war ich eben als lebendes Gebiss eingeplant gewesen. Trotzdem hatte ich eine Epiphanie. Ich habe Zeit. Oder besser gesagt, ich sollte mich nicht beschweren, dass ich keine Zeit habe. Was ich auch eher selten tue.
Aber ich war doch immer der Meinung, eher wenig Freizeit zu haben. Aber das ist Quatsch. Ich habe Zeit. Zeit zum zocken, zum bloggen, zum lesen, zum schreiben usw. Und wie ich mir das Selbst einteile, tja, das ist eben meine Sache. Aber die Zeit, die ist da. 24 Stunden. Jeden Tag.

Und wenn ich die Zeit habe, dann hast du sie erst recht (weil ich habe eher wenig Freizeit, verstehste? xD).

Brot macht einen Fett??!!

Obwohl Amazon bei meiner Vorbestellung als Lieferdatum irgendwas mit ende August angab, hatte ich vorletzte Woche plötzlich völlig unvorbereitet Seconds, das neue Werk von Bryan Lee O‘Malley, dem Superhirn hinter Scott Pilgrim, im Briefkasten.

Und nun, wo ich es bereits zweimal gelesen habe, kann ich eines mit Erleichterung sagen: Seconds ist kein lauer Versuch, irgendwie an den Erfolg von Scott Pilgrim anzuknüpfen. Es gibt keine Popkulturzitate, keine Videospiele, keine Musik und es wird nicht gekämpft. Und obwohl Seconds durchaus seine wirklich lustigen Momente hat, ist der Grundtenor eher ernst.
Der Vergleich zu O‘Malleys Erstlingswerk Lost at Sea passt hier also deutlich besser, als mit Scott Pilgrim.

Aufmerksame Leser wissen, dass ich kein großer Freund von Inhaltsangaben und Co. bin, daher nur in aller Kürze:

Seconds handelt von der Köchin Katie. Sie führt ein Restaurant mit Namen Seconds. Um Geld zu sparen, wohnt sie unter anderem auch dort, denn sie möchte ein neues Restaurant aufmachen, um sich dort besser zu verwirklichen zu können.
Mittels geheimnisvoller Pilze und des Hausgeistes Lis bekommt Katie eines Tages die Möglichkeit, begangene Fehler rückgängig zu machen und den Lauf ihres Lebens zu ändern. Natürlich kommt es, wie es kommen muss; sie übertreibt es mit dem Ausbessern von dem, was sie für große Fehler hält und beschwört damit etwas herauf, dass sie nicht mehr kontrollieren kann.


Das klingt jetzt vielleicht wie die Handlung einer Familienkomödie aus den 80‘gern aber O‘Malley wäre nicht O‘Malley, wenn er dem Ganzen nicht seinen unverwechselbaren Stempel aufdrücken würde. Will sagen, auch hier haben wir sehr plastisch wirkende Charaktere, die uns schon nach wenigen Bildern vertraut vorkommen und über die man einfach mehr erfahren will. Die Dialoge sind trotz der ernsten Prämisse oft sehr lustig und einfach großartig geschrieben. Der Zeichenstil tut dann sein Übriges (sehr farbenfroh und irgendwie gleichzeitig minimalistisch und detailliert), dass man Seconds nicht mehr so schnell aus der Hand legt und trotz der leicht über 300 Seiten bequem auf einen Schlag durchlesen möchte.

Bryan Lee O‘Malley weiß bestimmt, dass ihm so ein genialer Glücksgriff wie Scott Pilgrim nicht noch einmal gelingen wird und ich bin wirklich froh, dass er es auch gar nicht versucht, sondern sich ganz anderen Geschichten zuwendet.

Volle Punktzahl also für Seconds. Wenn eine deutsche Übersetzung erscheint, hole ich mir die vermutlich auch noch.

Wer jetzt neugierig auf das Buch geworden ist, sollte sich unbedingt auch noch den ausführlicheren Artikel von moepOr ansehen!

Playlist:
Bambix – Club Matuchek
Placebo – Without You I‘m Nothing
Karmacopter – Erzkaul bei Nacht

Gamelist:
Skyrim (PS3)
Persona 3 Portable (Vita)
Catlevania: Symphony of the Night (Vita)

[Blogliebe] I was made for loving you!

Blogliebe ist eine nette Aktion, bei der man die Namen von ein paar Lieblingsblogs in die Runde wirft. Die Initiatorin will nicht verlinkt werden, daher hier nur ein Verweis auf die Teilnehmerliste und dann gehts auch gleich los, weil Time = Money!

- Polygonien
Stellt massig interessante Indie-Games vor, die ich dann doch nie spiele. Hat möglicherweise die beste Headergrafik vonne Welt.

- Pixelkitsch
Viel cooler Retro-Game Content und so ziemlich der einzige deutsche Blogger, dessen Youtube Videos ich mir ansehen kann, ohne fies mit den Zähnen zu knirschen.

- MoepOr – Nerd up your life
Hat einen exquisiten Filmgeschmack, sollte aber mehr über Games und weniger über The Walking Dead bloggen xD

- Retrovilla
Sammelseite mehrerer Autoren um alles was Retro ist. Hab da auch mal mitgemacht, müsste ich auch mal wieder machen. Fettes Namedropping: Hinter alldem steht Egon Forever Mastermind Andre Lux!

- Hello Meepit!(English)
Bastelt echt coolen Kram, könnte aber mal wieder etwas aktiver sein ;-)

- Best.Episode.Ever. (English)
Klärt endlich die wichtige Frage, welche Simpsons Episode die Beste ist. Dafür treten alle Folgen in KO-Ausscheidungen gegeneinander an.

- Howtonotsuckatgamedesign (English)
A site dedicated to making games suck less! Lange und sehr ausführliche Texte, deren lektüre sich aber immer lohnt. Manchmal sehr theoretisch, trotzdem sehr zu empfehlen.

- The Crippled Bitch (English)
Und kurz vor Schluss noch was ganz fröhliches: Autorin des Comic-Blogs Cripple the Bitch schreibt über ihr Leben mit psychischer Erkrankung. Heavy stuff, aber sehr interessant.

- Magic Cards with Googly Eyes!
I‘ll just leave this here!

I don‘t like the people (but the people like me)!

Home sweet home! Eine Woche Freizeit ist vorbei und ich bin wirklich froh, wieder daheim zu sein.

Zum besseren Verständnis: Ich arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit seelischer Behinderung (aka psychisch Kranke) und bin dort in den Außenwohngruppen und im Eingliederungsbereich tätig. Freizeit bedeutet, dass wir mit den Bewohnern in Urlaub fahren. Urlaub für sie, Arbeit für uns.

Ich war also mit einer Kollegin und sechs Bewohnern eine Woche an der Ostsee. Es war das erste Mal, dass ich mitgefahren bin und ich war sehr gespannt, was mich erwartet.
Gleich am ersten und zweiten Abend war ich ziemlich genervt und geschafft und bereute meine Entscheidung, danach wurde es aber deutlich entspannter und hat alles in allem doch viel Spaß gemacht und ich kann mir auch vorstellen, wieder bei so etwas mitzumachen.

Trotzdem war es für mich sehr anstrengend und zwar aus einem einfachen Grund: (Achtung, jetzt platzt eine Bombe!) Menschen nerven mich. Tierisch. Sie um mich herum zu haben, mich an sie anzupassen und mit ihnen zu interagieren ist für mich Schwerstarbeit und leert meine Akkus erstaunlich schnell. Meine Berufswahl erscheint unter diesem Gesichtspunkt irgendwie ironisch, denn mich auf Menschen einzulassen ist quasi mein wichtigstes Handwerkszeug.

Nun ist es aber natürlich was anderes, einfach „nur“ 10 Stunden Dienst zu haben und danach nach Hause zu gehen, oder die Arbeit 24 Stunden am Tag, für 7 Tage mit sich herumzutragen.
Wobei die Bewohner, für die das ja auch eine besondere Situation ist, das alles wirklich toll gemeistert haben und mein genervt sein hatte auch nicht wirklich etwas mit ihnen zu tun.

Wie man so schön sagt: Ich war mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Wenn dann abends so gegen 22 Uhr die Leute langsam tablettenschwer ins Bett fielen, zog ich mich auch recht schnell auf mein Zimmer zurück und zückte meine getreue PS Vita. Nachdem ich durch das Anzocken von The Last of Us wieder etwas mehr Toleranz für Zombie-Apocalypsen habe, hatte ich mir extra die komplette erste Staffel des Walking Dead-Adventures besorgt und zockte so jeden Abend eine Episode.

Das dieses Spiel großartig ist, weiß außer mir wohl schon jeder. Zweimal habe ich fast geweint. Kein Scheiss. Nach Abschluss von Episode 5 ging es weiter mit Persona 3 Portable.

Als Lektüre für unsere diversen Strandtage plünderte ich den nächsten Supermarkt nach interessanten Videospielmagazinen. Außer einem mir bis dato unbekannten Mag mit Namen Retro Gamer kam dabei aber wenig Brauchbares zutage.

Also, ich bin wieder da und hab jetzt erstmal ganze vier Tage frei. Was mache ich nur, mit der ganzen Freizeit …

Ist dieses Sushi gerade explodiert?!

Da es jetzt am Sonntag für eine Woche mit der Arbeit auf Freizeit geht, nutzte ich meine geballten freien Tage vorher, um endlich mal wieder bei Seb vorbeizuschauen. Mit ihm drückte ich bis vor einem Jahr noch die Fachschulbank und wohnte das letzte Kursjahr auch bei ihm, weshalb wir viel Zeit mit Zocken, Filme schauen, etc. verbrachten.

Ursprünglich hatte ich einen Pathfinder-Abend in etwas größerer Runde geplant, daraus wurde aber leider nichts, also beschloss ich, alleine die weite Reise ins badische Mosbach anzutreten.

Da ich durch die Hörbuch-Version von Fight Club wieder lust auf eben jene hatte, brannte ich im Vorfeld noch schnell Die Stadt der träumenden Bücher (RIP Dirk Bach), aber mein Auto weigerte sich einfach, die CD zu lesen. Also gabs fast die ganze Fahrt über Ramones zu hören (RIP Tommy).

Da ich extrem pünktlich losgefahren war, kredenzte mir Seb nach meiner Ankunft erstmal ein feines Frühstück. Was ein Service, ey. Danach spielten wir uns gegenseitig unsere neusten Lieblings-Youtube-Videos vor, was ich natürlich nutzte, den BABYMETAL-Virus weiter zu verbreiten.
Als Nächstes zogen wir los, ein paar Partien Tischtennis zu spielen. Das hat bei uns Tradition, seit wir uns mit Tischtennis in den Lernpausen vor Klausuren (und besonders vor den Abschlussprüfungen) abreagierten. Manchmal gingen wir dafür auch in den Wald und kloppten mit Schwertern aufeinander ein.

Nach zwei Spielen, die Seb beide in drei Sätzen gewann (der war mal im Verein, ich schwöre, ey) war es uns aber bereits zu heiß, also ging es zurück in sein Domizil um ein bisschen Magic: The Gathering zu spielen. Seb hatte potente neue Karten/Decks am Start, weshalb ich mit meinen altbackenen Decks ziemlich lahm aussah. Er rief noch den Sänger seiner Schrammel-Punk-Kombo an, ob er nicht auch lust auf ne Runde Magic hätte.

Die Wartezeit vertrieben wir uns mit dem Aufbau meiner mitgebrachten PS3 und eines zweiten Fernsehers, sowie dem obligatorischen System-Update der PS3. Ein paar Banditen in Borderlands 2 abknallen konnten wir auch noch, bis sein Kumpel da war und wir zu dritt Magic spielten. Auch hier konnte ich mit meinen Lieblingskarten nicht viel reißen und stieg kurzfristig auf mein fieses Infizieren-Deck um, um wenigstens einen billigen Sieg zu kassieren.

Nachdem Sebs Kumpel sich wieder getrollt hatte, legten wir eine feine Borderlands 2 Session hin, danach gab es Essen, bei uns obligatorisch bestehend aus Nudeln mit Tomatensoße. Beim Futtern tauschten wir uns über unsere berufliche Situation aus und besprachen das restliche Abendprogramm. Filme waren nun angesagt.

Unsere kontrastreiche Auswahl bestand dabei aus:

Der Pate
Hatten wir beide peinlicherweise noch nie gesehen und fanden wir beide ziemlich klasse. Konnten aber trotzdem während des gesamten Films nicht die Klappe halten und fragten uns ständig gegenseitig, wer denn nun der da wäre, wer gerade wen umgebracht hatte usw. Seit Taxi Driver, Scarface und jetzt eben auch Der Pate, habe ich fast alle Titel von meiner „Filme die man unbedingt gesehen haben sollte“-Liste durch. Nur Rocky Horror Picture Show fehlt noch.

Alien vs. Ninja
Den hatte ich schon mal gesehen, war aber dabei eingeschlafen. Kurz bevor ich einschlief, wurde gekämpft. Als ich wieder aufwachte, wurde gekämpft. Diesmal hielt ich durch. Spaßiger Japano-Fun-Splatter mit ansehnlich choreographierten Fights und coolen Monstern, dargestellt von Menschen im Gummianzügen.

Tokyo Gore Police
Seb war von AVN so angetan, dass er den Fehler machte, mich zu fragen, was für Filme in der Art von AVN oder Machine Girl ich noch kennen würde. Eine ganze Menge, sagte ich, aber überspringen wir die doch und ich zeige dir gleich den besten/abgefahrensten/anstrengendsten.
Also gab es als Betthupferl das epische, künstlerisch wertvolle und vollkommen durchgeknallte Meisterwerk Tokyo Gore Police. Der Name ist Programm. Jede weitere Beschreibung erübrigt sich, denn das muss man einfach selbst gesehen haben.

Für den nächsten Tag nahmen wir uns vor, beim Frühstück gleich da weiterzumachen und Robo Geisha zu schauen. War uns aber dann doch zu anstrengend, weshalb wir das Frühstück auf kurz vor knapp verschoben und lieber noch ein paar Stunden Borderlands 2 spielten.

Und dann musste Seb leider zum Spätdienst und ich meiner Frau mal wieder die Kinder abnehmen, weshalb wir uns rasch verabschiedeten, ich mir The Last of Us auslieh und dann im Eiltempo den Heimweg antrat.

Immer noch frustriert wegen der nicht funktionierenden Hörbuch-CD, verkürzte ich mir die Fahrt mit einigen Folgen Masters of the Universe.

Und dann war der Spuk schon wieder vorbei. Hoffentlich, auf bald.

[Let’s show some love for …] Sunstone!


Dear reader, this is the story of how I met the woman of my life, the one that compli… Wait, don‘t leave yet! This book has lots of Hot Lesbian Bondage Sex!!!! Good… That got your attention…

Man stelle sich vor, 50 Shades of Grey wäre ein Comic. Und wäre von jemandem geschrieben, der sein Wissen über BDSM nicht aus einer fünfminütigen Google-Suche hat. Und die Hauptfiguren wären zwei Frauen. Und richtige Charaktere, mit Wünschen, Bedürfnissen, Persönlichkeit und eben allem, was es braucht, damit fiktive Personen real und menschlich wirken.

Und ja, ich habe 50 Shades of Grey gelesen (und mich dabei köstlich amüsiert), aber ich sehe ein, der Vergleich hinkt ziemlich, denn 50 Shades ist totaler Rotz, Sunstone aber ist großartig.

Es ist die Geschichte von Lisa und Ally, zwei zu beginn einsamen Frauen in den 20‘gern, die über ihre gemeinsame Vorliebe für BDSM zueinander finden und sich ineinander verlieben.
Das klingt, bis auf den lesbischen Bondage-Sex, eher unspektakulär, wird aber durch die sympathischen Figuren, witzige Dialoge und den lebendigen Zeichenstil getragen. „Lebendig“ ist hier sowieso das Stichwort, denn Lisa und Ally wirken beim lesen so real, als könne man ihnen jede Minute in der U-Bahn oder der Schlange an der Supermarktkasse begegnen.

Pornographisch wird das Ganze nie. Klar, es gibt viel nackte Haut und Menschen in Bondage und kreativen Latex-Outfits zu sehen, der Sex selbst, wird aber immer nur angedeutet. Soll heißen, als Leser weiß man, dass gerade etwas passiert ist, was genau, wird aber der Phantasie überlassen.

Geschrieben und gezeichnet wird Sunstone (übrigens das Safeword der beiden Protagonistinnen) von Stjepan Šejić, besser bekannt unter seinem Pseudonym Shiniez, der auch an Witchblade, The Darkness und vielen anderen Comics gearbeitet hat. Veröffentlicht wurde es bisher komplett auf seinem deviantArt Profil, soll aber bald auch in Druck gehen.

Ich habe Sunstone mittlerweile wohl dreimal komplett gelesen und glaube nicht, dass es bisher einen zugänglicheren und besseren Einblick in die Kink/BDSM Welt für Nichteingeweihte (Vanillas, hihi) gegeben hat. Vor allem wird deutlich, dass daran nichts „Krankes“ ist und dass weder beim dominanten, noch beim submissivem Part irgendwas in der Kindheit schief gelaufen ist, sondern dass es eben einfach eine nur eine Art ist, sich auszudrücken und Spaß zu haben.

Da Ally Programmiererin ist, gibt es also Bonus dazu auch noch eine Menge Anspielungen auf die Nerd-Kultur und das Ganze ist auch noch eine potente Liebesgeschichte. Also, alle Daumen nach oben und wer sich an nackter Haut nicht stört, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Shiniez on deviantArt
(Adult Filter ist an, mann muss also eingeloggt sein)

Alle Bilder (c) by Shiniez

Apocalypse Dudes!

Nach den ganzen Game-zentrierten Beiträgen jetzt mal wieder was rein Persönliches.

Als ich zuletzt mal wieder bei einem Treffen meiner Schreibgruppe einkehrte, kamen wir zügig auf George R.R. Martin zu sprechen und kurz darauf, hatte ich oben abgebildetes Buch in der Hand.
„Ein Kinderbuch vom Lied von Eis und Feuer Autor? Muss ich haben“, war mein exakter Gedankengang und mittels Wischtelefon (Hallo Oli) und mobilem Internetz habe ich es auch gleich bestellt. Jetzt muss ich es nur noch Probelesen, ob das für meinen Ältesten auch schon geeignet ist. Hoffentlich schon, denn abends den Sprössling ins Bett bringen und vor dem Schlafen gehen ein bisschen George R.R. Martin vorlesen, das hat doch was.

Apropos Bücher, schreiben, lesen usw.:
Meine Frau hat beim Ausmisten von alten Kisten etwas skurriles zutage gefördert. Sie selbst wusste gar nicht, was sie da in der Hand hielt und auch ich selbst musste zweimal hingucken … eine ausgedruckte Version meines ersten Versuchs einen Roman zu schreiben. Habe kurz darin geblättert und wurde auf jeder Seite schon nach 2-3 Sätzen von einer aufsteigenden Welle der Peinlichkeit erfasst, so dass ich den dicken Ordner (müssten so 150 Seiten sein) wieder weglegen musste.

Wenn man bedenkt, dass ich zum Zeitpunkt der Entstehung 15 Jahre alt war, ist das sicherlich zu verzeihen, trotzdem ist es aus heutiger Sicht ein unglaublich mieses Machwerk. Papierdünne Story, zusammengeklaut aus allem, was ich damals so gut fand; und da gerade meine Anime-Phase richtig begann, war das vor allem: Akira, Neon Genesis Evangelion und Armitage III und etliche andere Mecha/SciFi-Filme. Dabei habe ich mich fröhlich an Namen, Themen oder ganzen Plotpoints bedient und das dann mit Dialogen gewürzt, für die sich selbst die meisten Reality-Serien schämen würden.

Das Allerschlimmste ist aber der Name, der für mein 15-Jähriges ich wohl den Gipfel der Coolness darstellte: Rider‘s of the Apocalypse

In irgendeinem Forum für FanFiction habe ich auch mal einzelne Kapitel davon online gestellt. Die Seite gibt es aber hoffentlich schon lange nicht mehr und selbst wenn, nicht mal unter schlimmer Folter würde ich versuchen, mich an die Adresse zu erinnern.

Playlist:
Das Stört – Der erhobene Zeigefinger
Toxoplasma – … spielen ihre Lieder
BABYMETAL - キバオブアキバ

Gamelist:
Danganronpa: Trigger Happy Havok (Vita)
Borderlands 2 (Vita)

The Battle For Everyone’s Soul!

Während ich das schreibe, läuft auf der Vita neben mir der Abspann von Persona 4 Golden. Nach 64 Stunden und 56 Minuten und einigen falschen Abzweigungen (die mir auch das „Bad Ending“ beschert hatten), habe ich das „True Ending“ freigeschaltet und so ziemlich alles gemacht, was man beim ersten Durchgang – also ohne New Game+ – tun kann.

Und ich habe dieses Gefühl dabei, das schwer zu beschreiben ist, aber das jeder kennt, dieses Gefühl, dass man bekommt, wenn man ein gutes Buch zuklappt oder einen großartigen Film gesehen hat.
Ich habe in letzter Zeit wieder viel gespielt, aber schon lange hat kein Spiel mir mehr dieses Gefühl gegeben. Ein Gefühl der Vollständigkeit und Befriedigung, wie es eben nur ein außergewöhnliches Game kann.

Persona 4 Golden ist mit Abstand das beste Japano-Rollenspiel, und locker auch das beste Spiel überhaupt, dass ich seit langer, verdammt langer Zeit spielen durfte.

Dabei muss man sagen, dass die Story lediglich ganz in Ordnung, und die Prämisse, besonders für J-RPGs, ziemlich abgeschmackt ist, aber P4 hat einfach eine Menge Herz und Charakter. Und tolle Charaktere; eben Charaktere mit Charakter. Die zwar typische Anime-Klischees bedienen (alle fahren auf den stummen Protagonisten ab, süße Schulmädchen die einen Senpai nennen usw.), dabei aber trotzdem lebendig wirken und einem ans Herz wachsen.

Schon der Vorgänger auf der PS2 hat mir sehr gut gefallen, aber irgendwie wollte da trotz ebenfalls 60-70 Stunden Spielzeit der Funke nie so komplett überspringen, auch wenn das Spielprinzip (ich beschrieb es jemandem mal als Mischung aus Diablo, einer Dating-Simulation und Pokemon) nahezu identisch ist und auch Persona 3 von interessanten Charakteren bewohnt wird.

Aber Teil 4 (und besonders die Golden-Version) ist einfach so ein extra vollgestopftes Paket an Content, dass es einen förmlich erschlägt. Allein die ganzen Fetch-Quests, und die Quizshow und alle Social-Links und Jobs und natürlich die gute (englische) Synchronisation, toll animierte Zwischensequenzen, ach, ich könnte ewig so weiter schwärmen.

Und jetzt bin ich echt traurig … weil dieses geniale Spiel vorbei ist und ich mich noch in dieser Phase befinde (und noch eine Weile befinden werde), in der mir jeder andere Titel, mit dem ich mir die Zeit zu vertreiben versuche, wie kalter Kaffee vorkommt …

Und deshalb ziehe ich meinen imaginären Hut vor Persona 4 und spreche trotz des Nischen-Genres eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung aus! Mehr noch: wenn du eine PS Vita besitzt und P4G noch nicht gespielt hast, komme ich persönlich zu dir nach Hause und haue dir eine rein. Ins Gesicht!

Und ja, das auf dem Bild ganz oben ist ein T-Shirt. Ihr dürft vor Neid erblassen, danke.