Archiv der Kategorie 'Thoughts'

Time to say goodbye!

Seit eben ist mein neuer Blog unter http://silentprotagonist.blogsport.eu online. Alles weitere wird sich ab jetzt dort abspielen. Diese Seite hier bleibt als Archiv erreichbar und unangetastet. War ne schöne Zeit …

Nochmal in leicht:

Dieser Blog = Tot!

Neuer Blog hier!!!

Servus!(leise)

Zur Lage der Nation!

Hey, da der letzte Beitrag annähernd einen Monat alt ist, wird es Zeit, dass ich mal wieder ein Lebenszeichen abgebe.

Ich habe für meine schändliche Abwesenheit nämlich eine gute Erklärung. Nicht, dass meine Gründe sonst nicht absolut nachvollziehbar wären und hundertprozentig der Wahrheit entsprächen, aber diesmal ist es wirklich was anderes.

Ich habe beschlossen, mit dem Blog umzuziehen und eine Art Neustart zu machen.

Die technische Seite des Umzugs wird eher unspektakulär, das Design wird sehr rudimentär bleiben, da ich einfach darauf stehe, wenn man sich sofort auf einem Blog zurechtfindet und einen nichts von den Texten ablenkt. Ändern wird sich höchstens, dass hinter den Kulissen für mich alles etwas komfortabler wird.

Alte Posts werde ich in den neuen Blog nur eine Handvoll übernehmen, und diese vielleicht vorher etwas überarbeiten. Diese Seite bleibt als Archiv online, damit die immerhin 235 Beiträge nicht verlorengehen.

Einen genauen Grund habe ich für diesen Schritt lustigerweise nicht. Ich konnte immer nicht verstehen, warum Blogger sowas machen, aber jetzt juckt es mich selbst total in den Fingern …

Also, ich arbeite momentan ziemlich regelmäßig für den Blog, nur halt nicht mehr für den hier ^^ Und bis auf der neuen Seite alles so ist, wie ich das haben will und ich einige Beiträge überarbeitet und hochgeladen habe, wird noch etwas Zeit vergehen.

Ich merke aber, wie die Motivation zu bloggen, die in den letzten 2-3 Monaten doch nur sehr sporadisch vorhanden war, wieder hochkocht und ich hab Bock, was Frisches zu starten.

Stay tuned!

Der starke Arm der Götter!

Nach zwei heftigen Arbeitswochen, in denen ich öfter 1,5 Schichten übernehmen musste und damit bis zu 12 Stunden im Dienst war, bot sich letzten Donnerstag endlich mal wieder die Gelegenheit, Christian zu besuchen, einen Klassenkameraden aus der Zeit an der Fachschule.

Diese Besuche waren mir in der Vergangenheit schon immer einen eigenen Blogpost wert und diesmal ist das natürlich nicht anders.

Nachdem ich mich schon die ganze Woche darauf gefreut hatte, ging es am Donnerstag gleich morgens los, nachdem ich den Großen im Kindergarten abgeliefert hatte. Die ereignislose Hinfahrt nach Weinheim ging dank infernalisch lauter Beschallung mit BABYMETAL schnell vorbei. Gerade angekommen stand ich vor verschlossener Tür, da Chris noch Proviant besorgen war. Also schlappte ich ihm trotz Regen in die Stadt entgegen und wurde dafür mit einem Frühshoppen belohnt. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet, es war bereits halb elf, also kein Grund nicht mal ein Bierchen zu zischen. Während wir tranken, kotzten wir uns gegenseitig über unsere Jobs aus, brachen das Thema aber dann auch entschlossen wieder ab, da wir uns die Laune nicht verderben wollten.

Als Einstieg bewunderte ich erstmal seine Playstation 4, da es das erste Mal war, dass ich eine in natura sah. Ist ja wirklich winzig klein, das süße Ding. Wenn ich da an die erste PS3 denke, die in ihrem Design locker den Monolithen aus 2001 – Odyssee im Weltraum Konkurrenz machte.

Ich zockte ein bißchen in The Last of Us Remastered und Alien Isolation rein. Sah schon alles sehr geil aus, muss mir im neuen Jahr wohl doch auch mal ne PS4 besorgen. Ist mir aber eigentlich noch zu teuer.

Danach fixte Chris mich mit seinem neuen Hobby an und ich bewunderte seine Miniaturensammlung zum Star Wars X-Wing Table-Top Spiel. Also legten wir auch gleich ein kleines Übungsgefecht hin, ein X-Wing gegen zwei Tie-Fighter, welches ich mit meinem X-Flügler knapp gewann. Als Stimmungsmacher lief im Hintergrund Episode IV. Schönes Spielchen, aber wie bei den meisten Table-Top Games schreckt mich die pure Menge an Geld ab, die man dort erstmal investieren muss.

Im Anschluss war große „Zeigst du mir deine Lieblings-Youtube-Videos; Zeig ich dir meine Lieblings-Youtube-Videos“-Stunde.

Dann traf auch schon Seb ein, ebenfalls ein ehemaliger Mitschüler aus der Ausbildung, der sich gleich nach seinem Frühdienst aufgemacht hatte. Zwecks Beschaffung weiterer Vorräte gingen wir nochmal einkaufen und schmiedeten Pläne für den Abend, die wir dann alle wieder über den Haufen warfen.

Eigentlich wollten wir jetzt zu dritt X-Wing spielen oder uns in ein Game of Thrones Brettspiel vertiefen. Zwar hatten wir auch alle Bock auf ein Pen and Paper Rollenspiel, aufgrund der knappen Zeit ließen wir diesen Vorschlag aber gleich wieder fallen.

Wir bestellten was zu essen, verkürzten die Wartezeit auf die Lieferung mit noch mehr Youtube und wollten dann zur Mahlzeit einen Film schauen. Die Auswahl gestaltete sich aber schwierig. Erstens waren wir uns ziemlich uneinig, und wenn wir was fanden, auf das alle Lust hatten, war es entweder auf DVD gerade nicht vorrätig und/oder die Streams streikten.

Schließlich zog ich einfach eine DVD aus einem Stapel am Fernseher und es war der Jackie Chan Klassiker „Mission Adler – Der starke Arm der Götter“. Damit war die Diskussion beendet, denn Chris und ich überstimmten Seb kurzerhand und legten den Streifen ein, den ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte.

Und es war deutlich erkennbar, warum ich Mission Adler als Kind/Jugendlicher so toll fand. Indiana Jones-Klischees, mieser Slapstick Humor, Kloppereien, Nazis und eben Jackie Chan. Das lockt mich heute nicht mehr hinter dem Ofen hervor, war aus Nostalgie aber trotzdem lustig und wir waren in entsprechend alberner Stimmung, weshalb der Film gut zündete.

Danach war es für Brettspiele bei denen einzelne Spielzüge gerne mal 30 Minuten dauern natürlich zu spät, also wollten wir noch „Chihiros Reise ins Zauberland“ hinterherschieben, waren aber nach nicht einmal der Hälfte also so platt, dass wir pennen gingen.

Pünktlich um acht Uhr war ich natürlich wieder wach, da ich ausschlafen in den letzten fünf Jahren verlernt habe. Ich beschäftigte mich ein bisschen mit meiner PS Vita, bis auch Chris sich irgendwann erhob und wir kurzerhand das Game of Thrones – Der eiserne Thron Brettspiel aufbauten und Seb gleich nach dem Erwachen vor vollendete Tatsachen stellten, dass er sich einen Kaffee schnappen und mit uns spielen sollte. Die Verteilung der Häuser war schnell geklärt (Chris=Lannister, Seb=Stark, Ich=Baratheon) und wir arbeiteten uns mit Elan durch das ellenlange Regelwerk. Drei Stunden später hatten wir die Regeln so halbwegs drauf und Haus Stark war, dem Canon der Serie entsprechend besiegt und in tausend Teile zerschlagen.

Der Eiserne Thron spielt sich etwas wie eine zu Beginn überkomplizierte Mischung aus Risiko und Die Siedler von Catan und kommt komplett ohne Würfel aus. Zufallselemente gibt es also kaum (nur in Form von Ereigniskarten), Kämpfe werden durch Übermacht und Taktik entschieden und Bündnisse und kluges Verhandeln sind extrem wichtig.

Wer also taktische Brettspiele mag, auf Game of Thrones steht und sich durch das Zeitinvestment und die umfangreichen Spielregeln nicht abschrecken lässt, bekommt hier einiges geboten.

Nach dem Spiel schauten wir noch ein paar GoT Interviews/Videos und dann war es für mich auch wieder Zeit zum Aufbrechen. Wir verabschiedeten uns herzlich und versicherten uns, dass bis zum nächsten Treffen nicht wieder so viel Zeit ins Land gehen wird.

Dass das eher utopisch ist, wissen wir selber …

Playlist:
Babymetal – s/t
Babymetal – s/t
Babymetal – s/t

Gamelist:
Tales of Hearts R (Vita)
The Last of Us (PS3)
The Adventures of Alundra (Vita)

Zurück in die Vergangenheit!

Auf dem Blog der Autorin und Ex-Kinderschauspielerin Mara Wilson gesehen und für lustig befunden. Also, mein heutiges Ich trifft auf mein 15-jähriges (halb so altes) Selbst, möglich gemacht durch Wissenschaft (!). Zu lesen sind hier nur die Antworten meines heutigen Ichs.

Na dann, Vorhang auf, Auftritt Ich (30 J.)

1. Ja, ich bin es wirklich. Du in 15 Jahren. Ja, der Bauch ist im Preis inbegriffen, danke.

2. Bevor wir weitermachen, muss ich dir erstmal eine scheuern, sorry.

3. KLATSCH!

4. (Grinst) Das wollte ich schon immer mal machen und jetzt guck nicht so, du weißt genau, wofür das war.

5. Den Irokesenschnitt habe ich schon lange nicht mehr, sieht irgendwann einfach doof aus.

6. Aber ich höre immer noch gute Musik, keine Angst. Maiden sind noch der heiße Scheiß und du wirst sie zweimal live sehen. Die sind toll, freu dich drauf.

7. Jetzt will ich ein paar Sachen klären, also spitz die Ohren!

8. Sei kein Arsch und antworte auf den Brief, den du nach dem Jugendurlaub bekommen hast.

9. Falls du mal auf die Idee kommen solltest, mit Ex-Freundinnen – ja, du wirst Freundinnen haben – auf Konzerte zu gehen oder gar in Urlaub zu fliegen, lass das besser sein. Vorbei ist vorbei, OK?

10. Behalte bitte deinen Gameboy und die Spiele, du sparst uns damit viel Zeit und Geld auf Flohmärkten.

11. Ja, ich spiele immer noch Videospiele.

12. Ja, die Grafik ist jetzt der absolute Hammer. Kannst du dir nicht vorstellen. Spiel aber ruhig weiter Landstalker auf dem Mega Drive, das ist jetzt ein Klassiker.

13. Tut mir leid, dir das sagen zu müssen, aber das Buch, an dem du gerade schreibst, ist total scheiße. Schreib bitte trotzdem weiter, die Übung ist unbezahlbar.

14. Ja, ich schreibe manchmal auch noch. Ich hab da so eine Art Tagebuch im Internet. Schwer zu erklären.
15. Außerdem haben wir die Idee für den tollsten Scifi-Roman aller Zeiten im Kopf. Ich muss ihn nur noch schreiben.

16. Nein, nein, ich mach das schon.

17. Ach ja, kauf dir bitte ein paar Schuhe.

18. Nein, richtige Schuhe. Springerstiefel sind klobig und unpraktisch. Vor allem im Sommer.

19. Dann besorg dir wenigsten ein Paar in derselben Farbe. 14-Loch in Schwarz, wenns denn sein muss …

20. Zurück zu Büchern: Kauf dir schnellstmöglich alle verfügbaren Bände einer Fantasy Serie Namens „Das Lied von Eis und Feuer“ von einem gewissen George R. R. Martin. Du wirst es nicht bereuen.

21. So, ich glaube, das wars von mir aus.

22. Jetzt darfst du fragen.

23. Ha! Ich wusste, dass das deine erste Frage sein würde. Mit 16, du hast es bald geschafft.

24. Nicht lange, fürchte ich.

25. Nein, das geht dann alles relativ schnell.

26. Ach, zu viel um hier jetzt alles aufzuzählen. Wäre ja auch langweilig.

27. Aber du lernst dann auch bald unsere Frau kennen.

28. Ja, wir sind verheiratet.

29. Ja, zwei Kinder.

30. Nein, Kinder sind toll!

31. Lustigerweise schon, hat aber nichts mit den Ärzten zu tun.

32. Nein, keine Jetpacks.

33. Auch keine Hoverboards.

34. Glaub mir, ich bin genauso enttäuscht wie du.

35. So, ich glaube, ich muss jetzt mal zurück.

36. Ach, irgendwas mit Raum-Zeit-Kontinuum, oder so.

37. Ach ja, keine Angst vor dem Y2K-Bug. Alles quatsch!

38. Und eins noch, vielleicht das Wichtigste überhaupt.

39. Nimm dich vor den Maschinen in acht! Du musst alle warnen!! Die Roboter Apokalypse ist nah!

40. (Lacht) Lebe lang und in Frieden.

41. Wir sehen uns.

I believe I can fly!

Hallo, mein Name ist Silent Protagonist (*von der Redaktion geändert) und ich habe Flugangst.

Für jemanden mit panischer Flugangst geht es mir ziemlich gut – wenn man bedenkt, dass ich in weniger als 24 Stunden in einer teuflischen Metallröhre sitzen werde, die durch Magie, Hexerei oder Physik oder so in der Luft gehalten wird. Das kann sich aber bald ändern …

Da ich die Sorte Mensch bin, die Urlaubsreisen als notwendiges Übel ansieht, passt die Angst vor dem Fliegen natürlich sehr gut zu mir. Und ich habe es in den letzten Jahren wirklich heroisch vermieden, einem Flughafen auch nur zu nahe zu kommen (was gar nicht so einfach ist, da ich in der Nähe von Frankfurt am Main wohne).

Als ich das letzte Mal in einem Flugzeug saß, waren Lisa und ich erst ein paar Monate zusammen und ich befand mich in einer Phase, in der ich nur ein Paar Schuhe besaß (Springerstiefel) und diese, aus Mangel an Optionen, immer und überall trug. Also auch bei 35 Grad im Schatten.

Jedenfalls: Fliegen und Urlaub und so sind große Sachen für mich und deshalb bin ich momentan komisch …

Vor vier Tagen war übrigens wieder Picture my Day. Ich habe lauter Fotos gemacht, bin jetzt aber einfach zu faul und motivationslos die alle durchzusehen, zu bearbeiten und hochzuladen. Auf den Fotos wäre zu sehen, warum, den wir sind, seit Tagen von morgens bis abends nur noch mit Urlaubsvorbereitungen beschäftigt.

Wer keine Kinder hat, kann sich nicht vorstellen, was für ein Aufwand das ist, für 14 Tage Urlaub alles zu waschen, sortieren, einkaufen, packen usw. usw. …

Wer Kinder hat und weiß, was für ein Aufwand das ist, nur für ein kurzes Wochenende zu packen, kann sich nicht vorstellen, was für ein Aufwand das ist, für 14 Tage Urlaub alles zu waschen, sortieren, einkaufen, packen usw. usw. …

Wenn dann kurz vor Bettchen-Zeit doch mal etwas Luft ist, muss ich dringend FarCry 3 spielen, um mich von den gruseligen Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes abzulenken.

Falls das Flugzeug also wieder Erwartens nicht abstürzt und wir nicht von ISIS entführt werden, gibt es hier die nächsten zwei Wochen weiterhin keinen neuen Content, dafür aber Futter auf meinen Social-Media-Kanälen (wenn ich den WLAN Heißpunkt im Hotel finde.)

Nach der Reise habe ich noch weitere zwei Wochen Urlaub, dann geht hier wieder was.

Gamelist:
FarCry 3 (PS3)
Danganronpa 2: Goodbye Despair (Vita)
Persona 3 Portable (Vita)

Playlist:
Babymetal – s/t

I Am Not Impressed!

Vor einer Woche habe ich Guardians of the Galaxy gesehen. Wollte natürlich schon längst was darüber geschrieben haben, aber jetzt sind mir die Zeitzeugin und der Herr moepOr nicht nur zuvorgekommen, sondern ich bin mit ihnen auch so knapp 100% einer Meinung.

Ein ausführliches Review (was ich ja eh nie mache), schenke ich mir daher und verlinke auf die beiden Artikel hier und hier.

Nur in aller Kürze noch:

Ich fand den Film unterhaltsam und voll O.K., aber mehr eben nicht. Was im Vorfeld als Mischung aus The Avengers und Star Wars gehyped wurde, ist (nur) ein amüsanter Film für einen Kinoabend.

Mich stört besonders der blutleere Antagonist, aber dass ist eine Krankheit, an der momentan fast alle Marvel Filme leiden. Nur Captain America – The First Avenger hat das wirklich gut hinbekommen, aber Nazis gehen halt immer und Nazis mit roten Totenköpfen, die von Agent Smith gespielt werden, sowieso.

3D war übrigens verwaschen, blass und sau unnötig. Wenn möglich, einen Bogen darum machen.

[Vinylfetisch #5] Nach der Kippe Pogo?!

Zu Antitainment – von mir liebevoll die beste Band Hessens genannt – hatte ich im Laufe der Jahre ein seltsames Verhältnis.

Zum ersten Mal kam ich mit ihnen in Berührung, als ich mit einer meiner alten Bands die Bühne mit ihnen teilen durfte. Im Vorfeld hörte ich also in ihre damals aktuellste Veröffentlichung rein und fand das ziemlich scheisse. Studenten, die anstrengende Mucke mit verkopften Texten machten, damit kam ich damals gar nicht klar.

Und so verschwand ich nach unserem eigenen Auftritt auch sofort im Backstage und ignorierte die anstrengenden Studis komplett. Sau dämlich, aber so steht es geschrieben.

Im Laufe der Jahre stieg allerdings meine Toleranz bezüglich anstrengender Musik und verkopfter Texte und ja, auch gegenüber Studenten. Und je mehr und je öfter ich Antitainment hörte, die plötzlich auch überall auftraten, desto besser fand ich das Ganze und spätestens, als ich mir die „Nach der Kippe, Pogo?!“ besorgt hatte, feierte ich Antitainment hart ab und begann sie eben als beste Band aus Hessen zu bezeichnen (einen Titel, den ihnen bis heute niemand streitig gemacht hat.)

Irgendwann schaffte ich es auch mal, sie mir live anzusehen, allerdings ging es mir an diesem Abend psychisch und physisch so schlecht, dass ich das komplette Konzert mega ätzend fand und sogar soweit in alte Verhaltensmuster zurückfiel, dass ich mich über den hohen Studentenanteil im Publikum (so > 90%) aufregte.

Antitainment fand und finde ich aber weiterhin superklasse, auch wenn ich das aktuellste Album nicht mehr so abfeiere, wie frühere Veröffentlichungen.

Daher gilt weiterhin:

AN-TI-TAIN-MENT
VIEL BESSER ALS DEINE BAND!

Facebook/Label

Der Mörder ist immer der Müllmann!

Im Falle von Adam Sternberghs neuem Roman „Spademan“ ist der Plan kluger Marketingstrategen voll aufgegangen.

Ich höre auf dem Weg zum Frühdienst fast nur noch Radio. Ausschließlich HR-Info, also Nachrichten und Berichte. Zu dieser frühen Stunde ist mir Musik meistens zu anstrengend, was wohl an meinem Musikgeschmack liegt.

Eines Morgens wurde dort Spademan vorgestellt und von der Sprecherin in höchsten Tönen gelobt. Spannend, tolle Schreibe, ein absoluter Pageturner. Nahkzukunft mit leichten Sci-Fi Anleihen, präzise, hart, dreckig. Klang alles so, als wäre das genau meine Kragenweite und kaum zu Hause angekommen, habe ich das Buch bestellt.

Ein Fall von perfekt funktionierender Werbung.

Jetzt habe ich das Buch ausgelesen und bin sehr sehr unterwältigt.

Dabei sind die Zutaten alle da. New York in naher Zukunft, zum Großteil entvölkert durch die Explosion einer schmutzigen Bombe auf dem Times Square. Spademan, ein ehemaliger Müllmann, der sein Geld als Auftragskiller verdient und einen Ehrenkodex ala Leon-Der Profi hat. Die verbliebenen Bewohner des Big Apple flüchten sich entweder in die virtuelle Realität der Limospähre, oder fristen ihr Dasein in elendigen Camps.

Das klingt erstmal alles interessant und ich fühlte mich zu anfangs auch direkt heimisch. Aber ich glaube, genau das ist auch mein Problem. Mir ist das alles sehr vertraut. Für Leser, die sich in diesem Genre sonst nicht bewegen, ist das sicher alles spannend, neu und aufregend, aber für jeden, der schon mal was von William Gibson oder Neal Stephenson gelesen hat, ist das alles kalter Kaffee.

Ein aus ausgewählten Zutaten hergestellter und gekonnt aufgebrühter Kaffee, um mal bei dieser Metapher zu bleiben, aber er ist eben kalt.

Der Schreibstil ist nicht halb so Hard-boiled, wie er es gerne wäre, macht am Anfang seine Sache zwar sehr gut, schafft es aber einfach nicht, richtig Fahrt aufzunehmen. Auf den letzten 40 Seiten wird ziemlich krampfhaft noch versucht, einen großen Showdown heraufzubeschwören, aber da ist es auch einfach schon zu spät und das Finale verpufft wirkungslos. Eine der großen Enthüllungen ist zudem (wahrscheinlich unabsichtlich) aus Ghost in the Shell 2 abgekupfert.

Nervig fand ich beim lesen außerdem, das die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet ist. Also kein:

„Leck mich am Arsch!“, sagte Frank und schnaubte den Rauch seiner Zigarette aus den Nasenlöchern.

Sondern:

Leck mich am Arsch!
Frank schnaubte den Rauch seiner Zigarette aus den Nasenlöchern.

(Nur ein Platzhalter, kein Zitat aus dem Buch. So bemüht ist der Stil dann doch nicht)

Was zur Folge hat, dass es teilweise schwer ist, den Gesprächen wirklich zu folgen. Wurde jetzt gerade etwas gesagt? Und wenn ja, wer hat es gesagt? Und wie? Dass das eher schlecht ist, sollte einleuchtend sein. Ich habe so etwas auch noch nie gesehen und kann mir nicht im geringsten Vorstellen, warum der Autor das für eine gute Idee gehalten hat und warum Lektor und Verlag ihm da nicht auf die Finger geklopft haben.

Ist Spademan also ein schlechtes Buch? Nein, sonst hätte ich es erst gar nicht zu Ende gelesen. Es ist aber wohl einfach nicht gut genug für mich, denn mir fallen zu viele Bücher ein, die ähnliche Themen behandeln, dies klüger und kunstfertiger tun und einfach angenehmer zu lesen sind.

- Spademan ist in der Hardcore Reihe des Heyne Verlags erschienen. Gekauft habe ich es bei Amazon