Archiv für Juni 2014

[Let’s show some love for …] Sunstone!


Dear reader, this is the story of how I met the woman of my life, the one that compli… Wait, don‘t leave yet! This book has lots of Hot Lesbian Bondage Sex!!!! Good… That got your attention…

Man stelle sich vor, 50 Shades of Grey wäre ein Comic. Und wäre von jemandem geschrieben, der sein Wissen über BDSM nicht aus einer fünfminütigen Google-Suche hat. Und die Hauptfiguren wären zwei Frauen. Und richtige Charaktere, mit Wünschen, Bedürfnissen, Persönlichkeit und eben allem, was es braucht, damit fiktive Personen real und menschlich wirken.

Und ja, ich habe 50 Shades of Grey gelesen (und mich dabei köstlich amüsiert), aber ich sehe ein, der Vergleich hinkt ziemlich, denn 50 Shades ist totaler Rotz, Sunstone aber ist großartig.

Es ist die Geschichte von Lisa und Ally, zwei zu beginn einsamen Frauen in den 20‘gern, die über ihre gemeinsame Vorliebe für BDSM zueinander finden und sich ineinander verlieben.
Das klingt, bis auf den lesbischen Bondage-Sex, eher unspektakulär, wird aber durch die sympathischen Figuren, witzige Dialoge und den lebendigen Zeichenstil getragen. „Lebendig“ ist hier sowieso das Stichwort, denn Lisa und Ally wirken beim lesen so real, als könne man ihnen jede Minute in der U-Bahn oder der Schlange an der Supermarktkasse begegnen.

Pornographisch wird das Ganze nie. Klar, es gibt viel nackte Haut und Menschen in Bondage und kreativen Latex-Outfits zu sehen, der Sex selbst, wird aber immer nur angedeutet. Soll heißen, als Leser weiß man, dass gerade etwas passiert ist, was genau, wird aber der Phantasie überlassen.

Geschrieben und gezeichnet wird Sunstone (übrigens das Safeword der beiden Protagonistinnen) von Stjepan Šejić, besser bekannt unter seinem Pseudonym Shiniez, der auch an Witchblade, The Darkness und vielen anderen Comics gearbeitet hat. Veröffentlicht wurde es bisher komplett auf seinem deviantArt Profil, soll aber bald auch in Druck gehen.

Ich habe Sunstone mittlerweile wohl dreimal komplett gelesen und glaube nicht, dass es bisher einen zugänglicheren und besseren Einblick in die Kink/BDSM Welt für Nichteingeweihte (Vanillas, hihi) gegeben hat. Vor allem wird deutlich, dass daran nichts „Krankes“ ist und dass weder beim dominanten, noch beim submissivem Part irgendwas in der Kindheit schief gelaufen ist, sondern dass es eben einfach eine nur eine Art ist, sich auszudrücken und Spaß zu haben.

Da Ally Programmiererin ist, gibt es also Bonus dazu auch noch eine Menge Anspielungen auf die Nerd-Kultur und das Ganze ist auch noch eine potente Liebesgeschichte. Also, alle Daumen nach oben und wer sich an nackter Haut nicht stört, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren.

Shiniez on deviantArt
(Adult Filter ist an, mann muss also eingeloggt sein)

Alle Bilder (c) by Shiniez

Endless Fantasy!

Lieblingsband ist ein Status, der von mir extrem phasenweise vergeben wird. Diese Phasen dauern zwischen einer und ca. acht Wochen und sind von exzessiver Dauerbeschallung mit entsprechender Lieblingsband gekennzeichnet. Manche Phasen/Bands wiederholen sich, andere nicht. Und ich glaube, das ist bei den meisten Menschen so …

Jedenfalls war das aktuelle Jahr, was musikalische Phasen angeht, bisher recht abwechslungsreich. Nach meiner regelmäßig wiederkehrenden Iron Maiden-Phase, hatte ich eine (ebenfalls häufig auftretende) Inner Conflict-Phase, eine Kaput Krauts-Phase, eine Offspring-Phase, eine Tragedy-Phase und eine kurze Toxic Narcotic-Phase.

Wenn man wollte, könnte man auch alles in eine Metal- und eine Punk/Hardcore-Phase gruppieren. Momentan bin ich in einer absonderlichen Phase, denn außer BABYMETAL höre ich fast nur noch ANAMANAGUCHI.

Auf eben jene bin ich durch den Soundtrack zum Scott Pilgrim Spiel aufmerksam geworden, der komplett von ihnen eingespielt wurde. Spiel und Musik habe ich ziemlich abgefeiert. Als dann irgendwann letztes Jahr das aktuelle Album Endless Fantasy erschien, musste ich das unbedingt haben, war zuerst aber enttäuscht. Zu viele Filler und Songs, die so poppig waren, dass ich damit überhaupt nichts anfangen konnte.

Doch jetzt, nach unzähligen Durchläufen, gefällt mir das Album total gut und kann fast mit dem Scott Pilgrim Soundtrack konkurrieren. Und einen der ganz großen Songs will ich hier featuren, wegen dem obergeilen Video und weil mir nach einem anstrengenden Tag alleine dieser Song ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Fuck Yeah Chiptunes!

Spiel‘s noch einmal, Sam:

Apocalypse Dudes!

Nach den ganzen Game-zentrierten Beiträgen jetzt mal wieder was rein Persönliches.

Als ich zuletzt mal wieder bei einem Treffen meiner Schreibgruppe einkehrte, kamen wir zügig auf George R.R. Martin zu sprechen und kurz darauf, hatte ich oben abgebildetes Buch in der Hand.
„Ein Kinderbuch vom Lied von Eis und Feuer Autor? Muss ich haben“, war mein exakter Gedankengang und mittels Wischtelefon (Hallo Oli) und mobilem Internetz habe ich es auch gleich bestellt. Jetzt muss ich es nur noch Probelesen, ob das für meinen Ältesten auch schon geeignet ist. Hoffentlich schon, denn abends den Sprössling ins Bett bringen und vor dem Schlafen gehen ein bisschen George R.R. Martin vorlesen, das hat doch was.

Apropos Bücher, schreiben, lesen usw.:
Meine Frau hat beim Ausmisten von alten Kisten etwas skurriles zutage gefördert. Sie selbst wusste gar nicht, was sie da in der Hand hielt und auch ich selbst musste zweimal hingucken … eine ausgedruckte Version meines ersten Versuchs einen Roman zu schreiben. Habe kurz darin geblättert und wurde auf jeder Seite schon nach 2-3 Sätzen von einer aufsteigenden Welle der Peinlichkeit erfasst, so dass ich den dicken Ordner (müssten so 150 Seiten sein) wieder weglegen musste.

Wenn man bedenkt, dass ich zum Zeitpunkt der Entstehung 15 Jahre alt war, ist das sicherlich zu verzeihen, trotzdem ist es aus heutiger Sicht ein unglaublich mieses Machwerk. Papierdünne Story, zusammengeklaut aus allem, was ich damals so gut fand; und da gerade meine Anime-Phase richtig begann, war das vor allem: Akira, Neon Genesis Evangelion und Armitage III und etliche andere Mecha/SciFi-Filme. Dabei habe ich mich fröhlich an Namen, Themen oder ganzen Plotpoints bedient und das dann mit Dialogen gewürzt, für die sich selbst die meisten Reality-Serien schämen würden.

Das Allerschlimmste ist aber der Name, der für mein 15-Jähriges ich wohl den Gipfel der Coolness darstellte: Rider‘s of the Apocalypse

In irgendeinem Forum für FanFiction habe ich auch mal einzelne Kapitel davon online gestellt. Die Seite gibt es aber hoffentlich schon lange nicht mehr und selbst wenn, nicht mal unter schlimmer Folter würde ich versuchen, mich an die Adresse zu erinnern.

Playlist:
Das Stört – Der erhobene Zeigefinger
Toxoplasma – … spielen ihre Lieder
BABYMETAL - キバオブアキバ

Gamelist:
Danganronpa: Trigger Happy Havok (Vita)
Borderlands 2 (Vita)

Conductor of the Poop Train!

Woran merkt man, dass man auf ein wirklich interessantes Spiel gestoßen ist?

Wenn man einfach nur mal kurz reinschauen will und fest geplant hat, danach gleich weiter Borderlands 2 zu spielen … und plötzlich sind 6 Stunden Spielzeit vergangen (natürlich nicht am Stück) und Borderlands 2 liegt einsam in der metaphorischen Ecke herum.

So ging es mir mit dem Blindkauf Danganronpa:Trigger Happy Havok. Ich hatte bei irgendwem auf Twitter gelesen, dass das ziemlich cool sein soll und es dann zusammen mit BL2 bestellt und ja, es ist ziemlich cool. Mehr als das.

Es ist vor allem sau strange und entfaltet eine Sogwirkung, derer ich mich in meiner spärlich gesäten Freizeit bisher nicht entziehen konnte.

D:THH ist eine Mischung aus Visual-Novel und Adventure. Man ließt also ewig viel Text (Sprachausgabe ist vorhanden, kommt aber nur bei wichtigen Ereignissen zum Einsatz), spricht mit den anderen Charakteren, klickt auf Gegenstände und löst Rätsel. Genauer gesagt, löst man Mordfälle.

Es geht um eine Gruppe von Schülern, die in ihrer neuen Elite-Schule gefangengehalten werden. Es gibt nur eine Möglichkeit, die Schule jemals zu verlassen. Einen Mitschüler umzubringen … und damit davonzukommen.

Dazu hat man als Protagonist nach jedem Mord die Gelegenheit Hinweise zu sammeln und in einer Art Gerichtsverhandlung vorzubringen. Entlarvt man den Mörder, wird er bestraft (=hingerichtet), tippt man auf den falschen, bzw., kann seine Mitschüler nicht überzeugen, für den Mörder zu stimmen, macht der Mörder seinen Abschluss (= er kommt frei) und ALLE anderen werden bestraft (=hingerichtet).

Die Verhandlungen erinnern dabei an Ace Attorney, das in der Schule gefangen sein an Corpse Party und Schüler die sich gegenseitig töten natürlich an Battle Royal.

Das alles wird mit vielen optischen Spielereien präsentiert, die die etwas gewöhnungsbedürftige 2,5D-Optik aufwerten.

Ich selbst bin erst in Kapitel 2 und habe meinen ersten Mord aufgeklärt und bin sehr gespannt, wie das Ganze weitergeht. Für einen Blindkauf bin ich also mehr als zufrieden.

Und ja, Borderlands 2 immer in der Tasche dabeihaben ist so ziemlich die beste Idee, die jemals jemand hatte. Da fange ich doch auch gerne nochmal von vorne an. 6 DLCs sind auch mit dabei, außerdem gibts Cross-Saving zwischen Vita und PS3 und die Möglichkeit, online zu spielen, egal welche Konsole die anderen Spieler haben.
Eines der suchterregendsten Spiele ever und jetzt hat man es eben überall dabei … z. B., auf dem Klo und im Wartezimmer. Fett!!!

The Battle For Everyone’s Soul!

Während ich das schreibe, läuft auf der Vita neben mir der Abspann von Persona 4 Golden. Nach 64 Stunden und 56 Minuten und einigen falschen Abzweigungen (die mir auch das „Bad Ending“ beschert hatten), habe ich das „True Ending“ freigeschaltet und so ziemlich alles gemacht, was man beim ersten Durchgang – also ohne New Game+ – tun kann.

Und ich habe dieses Gefühl dabei, das schwer zu beschreiben ist, aber das jeder kennt, dieses Gefühl, dass man bekommt, wenn man ein gutes Buch zuklappt oder einen großartigen Film gesehen hat.
Ich habe in letzter Zeit wieder viel gespielt, aber schon lange hat kein Spiel mir mehr dieses Gefühl gegeben. Ein Gefühl der Vollständigkeit und Befriedigung, wie es eben nur ein außergewöhnliches Game kann.

Persona 4 Golden ist mit Abstand das beste Japano-Rollenspiel, und locker auch das beste Spiel überhaupt, dass ich seit langer, verdammt langer Zeit spielen durfte.

Dabei muss man sagen, dass die Story lediglich ganz in Ordnung, und die Prämisse, besonders für J-RPGs, ziemlich abgeschmackt ist, aber P4 hat einfach eine Menge Herz und Charakter. Und tolle Charaktere; eben Charaktere mit Charakter. Die zwar typische Anime-Klischees bedienen (alle fahren auf den stummen Protagonisten ab, süße Schulmädchen die einen Senpai nennen usw.), dabei aber trotzdem lebendig wirken und einem ans Herz wachsen.

Schon der Vorgänger auf der PS2 hat mir sehr gut gefallen, aber irgendwie wollte da trotz ebenfalls 60-70 Stunden Spielzeit der Funke nie so komplett überspringen, auch wenn das Spielprinzip (ich beschrieb es jemandem mal als Mischung aus Diablo, einer Dating-Simulation und Pokemon) nahezu identisch ist und auch Persona 3 von interessanten Charakteren bewohnt wird.

Aber Teil 4 (und besonders die Golden-Version) ist einfach so ein extra vollgestopftes Paket an Content, dass es einen förmlich erschlägt. Allein die ganzen Fetch-Quests, und die Quizshow und alle Social-Links und Jobs und natürlich die gute (englische) Synchronisation, toll animierte Zwischensequenzen, ach, ich könnte ewig so weiter schwärmen.

Und jetzt bin ich echt traurig … weil dieses geniale Spiel vorbei ist und ich mich noch in dieser Phase befinde (und noch eine Weile befinden werde), in der mir jeder andere Titel, mit dem ich mir die Zeit zu vertreiben versuche, wie kalter Kaffee vorkommt …

Und deshalb ziehe ich meinen imaginären Hut vor Persona 4 und spreche trotz des Nischen-Genres eine absolut uneingeschränkte Kaufempfehlung aus! Mehr noch: wenn du eine PS Vita besitzt und P4G noch nicht gespielt hast, komme ich persönlich zu dir nach Hause und haue dir eine rein. Ins Gesicht!

Und ja, das auf dem Bild ganz oben ist ein T-Shirt. Ihr dürft vor Neid erblassen, danke.