I havo no lust and I must read!

Neulich habe ich es endlich mal wieder zu einem Treffen mit der Schreibgruppe geschafft. Wie jeder Schreiberling (egal ob Hobby oder Profi) rede ich natürlich unglaublich gerne über meine Texte oder Ideen. Dass ich hier das Handlungsgerüst meines Roman-Entwurfes ausbreiten und im Dialog ein wenig daran feilen konnte, hat mir natürlich großen Spaß gemacht.

Im Rahmen des Treffens wurden mir auch zwei Lese-Tipps unterbreitet und praktischerweise gleich in Buchform ausgehändigt.

Beim Ersten handelt es sich um Harlan Ellisons Novelle Mephisto in Onyx, die ich wenige Tage später zügig verschlang.

Der Name Harlan Ellison sagt dem Science-Fiction Freund natürlich etwas, besonders seine Geschichte „I have no mouth and I must scream“ (und das zugehörige PC-Spiel) wird vielen ein Begriff sein. Mir selbst ebenfalls, aber ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, etwas von Ellison zu lesen.

Daher war ich sehr gespannt auf Mephisto in Onyx, bin jetzt nach der Lektüre aber ein bisschen enttäuscht. Die Sprache hat möglicherweise etwas unter der Übersetzung gelitten, denn es wechseln sich sehr treffend formulierte Passagen ab mit furztrockener Schreibe, durch die man sich schon etwas hindurcharbeiten muss.

Die Story handelt von Rudy Pairis, einem Telephaten, der von einer Staatsanwältin, mit der er seit Jahren befreundet ist, gebeten wird, in die Gedanken eines grausamen Serienkillers einzudringen. So weit so gut. Leider plätschert die komplette erste Hälfte des Textes ziemlich reizlos dahin, besteht quasi nur aus einem Gespräch zwischen Protagonist und der Anwältin, was bei einer Novelle natürlich tödlich ist. Ich habe trotzdem weitergelesen, weil mich die Gedankenwelt des Killers und die Schuldfrage dennoch interessiert haben.

Die zweite Hälfte bietet dann drei „überraschende“ Wendungen, von denen ich zwei vorausgesehen habe, obwohl ich bei sowas schlecht bin (eher ist es meine Frau, die mir 30 Minuten vor Ende des Films erklärt, wie er bestimmt ausgehen wird). Und den dritten Plotttwist halte ich für einen eher ungelenken Versuch, dennoch ein Happy End herbeizuführen.

Alles in allem war das wohl kein guter Einstieg in das Werk von Harlan Ellison und ich sollte mir wohl endlich I have no mouth and I must scream zulegen – am besten im Original.

Dennoch Danke an Sandra fürs Ausleihen, ich weiß, du liest hier gelegentlich mit ;-)


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