You talkin‘ to me?

Jetzt wo wir alle Folgen von Big Bang Theory und Greys Anatomy durchhaben, musste was Neues her. Über Breaking Bad hatten wir nur Gutes gehört (und das ist noch untertrieben), aber mich hat die erste Folge nicht vom Hocker gerissen – eigentlich war es auch nicht die erste Folge, denn den Piloten hatte Lisa schon geguckt und wollte ihn nicht direkt noch einmal sehen, also bin ich quasi mit der zweiten Folge eingestiegen. Die Geschichte ist super, zugegeben. Wenn ich Produzent in Hollywood wäre und ein Drehbuchschreiber wäre mit einer Story über einen an Lungenkrebs erkrankten Chemielehrer, der anfängt Crystal-Meth zu kochen um Kohle für seine Familie ranschaffen, vor der er seine Krankheit geheim hält, an mich herangetreten, hätte ich den mit Geld überschüttet. Gute Idee also. Gute Schauspieler auch. Alles Gut. Trotzdem hat es nicht peng gemacht. Kein Funke zum überspringen. Kann man wohl nix machen.

Also haben wir angefangen, Californication zu gucken. Hatte vor längerer Zeit schon mal im Fernsehn in ein paar Folgen reingeschaut und war immer begeistert.

In Californication geht es um einen Schriftsteller mit Schreibblockade. Das sagt mir was, damit kann ich was anfangen. Ich hab auch mal geschrieben. Über einen großen Zeitraum sogar sehr regelmäßig. Täglich, um genau zu sein. Mindestens eine Seite. An guten Tagen auch mal acht bis zehn. Da kommt auf die Dauer einiges zusammen und so bin ich auch eine dieser armen Würste mit einem unfertigen Roman in der Schreibtischschublade. Der wohlgemerkt total scheisse ist. Für ein größeres Werk war es einfach noch zu früh. Weiß ich jetzt. War mir damals egal.

Hab irgendwann auf Kurzgeschichten umgesattelt. Die ersten Versuche waren ebenfalls scheiße. Keine Ahnung vom Aufbau einer Handlung, aber einen auf dicke Hose machen. Sprache hatte ich drauf, das hat auch damals keiner bezweifelt, aber das ist nun mal nicht alles.

Mit der Zeit wurden die Storys besser. Erst kam eine, die war ganz nett. Vor allem war sie schön kurz. Danach schrieb ich eine, die war gut. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der Titel gefällt mir heute noch: Attack of the Schoolgirl Hookers. Mit ein paar Veränderungen hätte das was draus werden können. Hab aber nie wieder Arbeit reingesteckt.
Dann kam eine, die war wirklich gut, und wenn sie irgendwann mal jemand drannsetzt und sie kräftig aufpoliert, könnte sie sogar mehr als nur gut sein. Aber ob ich dieser jemand sein werde?
Sieht eher nicht so aus …

Ich habe seit über einem Jahr nichts mehr Derartiges geschrieben. Für die Schule glüht die Tastatur, ca. 80-100 Seiten im ersten Jahr.

Ansonsten ist dieser Blog das erste halbwegs kreative, was ich seit langer Zeit zu digitalem Papier bringe. Und es macht verdammt großen Spaß. Und selbst wenn es nur eine kleine Handvoll Menschen lesen, hat sich meine Leserschaar mindestens verdoppelt.

Puh, sitze wieder hier im Hotel. Erster Tag der Schulwoche ist rum, four more to go. Und ich habe gerade Taxi Driver gesehen. Vielleicht auch daher die miese Laune.


2 Antworten auf „You talkin‘ to me?“


  1. Gravatar Icon 1 Stay Cold 13. Dezember 2011 um 19:01 Uhr

    N‘abend Herr Jäger.

    „Californication“ lief mal ne zeitlang auf dem Kultursender RTL 2. Ist meines Erachtens ne Topserie, kommt aber leider nicht mehr im TV. Schade eigentlich.
    KEEP UP THE GOOD WORK kann ich bzgl. deiner Blogschreiberei nur sagen. Ist ne gute Mischung aus deinem leben wie ich finde…

    Gruß und Oi!

  2. Gravatar Icon 2 Stay Cold 13. Dezember 2011 um 19:02 Uhr

    Und schreiben kannste ja ziemlich gut (wie du es ja schon treffenderweise schon bemerkt hast…)

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