Archiv für November 2011

360 Grad

stagnation dein schlimmster feind
deshalb wehrst du dich mit händen und füßen
gegen den eigenen stillstand oder das
was du dafür hälst

ich sehe deinen gehetzten blick
gehetzt weil du weißt
dass du schon seit 5 minuten auf dem selben fleck verweilst
ich sehe deine gelangweilte miene
angeödet von deinem liebsten zeitvertreib von vor 2 monaten

doch ist die krampfhafte suche nach etwas immer neuem
wirklich besser, als länger als vielleicht nötig bei etwas bewährtem zu verweilen?
so warte ich darauf, bis du dich einmal um dich selbst schwindelig gedreht hast
und das ziel deiner reise, letztendlich mit dem start identisch
denn je mehr sich die dinge ändern, desto mehr bleiben sie gleich

Nach Hause!

Schulwochen versetzen mich in eine komische Stimmung. Zumindest in letzter Zeit.
Am Unterricht liegt’s nicht. Lernen macht mir wider Erwartens Spaß, Klasse ist gut. Alles anstrengend klar, aber da muss man durch. Mit Augen zu, und so…

Vor einem halben Jahr habe ich die Wochen noch mehr oder weniger genossen, oder mich zumindest besser gefühlt.
Bin nach der Schule mit Klassenkameraden essen gegangen und habe die Abende mit Christian verbracht, der da auch noch in meiner Klasse war. Wir haben zusammen wieder angefangen Magic: The Gathering (ein Sammelkartenspiel) zu spielen, zogen uns Filme und Serien in seinem Hotelzimmer rein, oder ich nahm meine PlayStation 2 oder er sein SNES mit und wir koppelten die Konsolen an den winzigen Hotelfernseher (das Bild oben auf der Seite ist an einem solchen Abend entstanden).
Das hat alles verdammt viel Spaß gemacht und tröstete mich über die fünftägige Trennung von Frau und Kind gut hinweg.

Mittlerweile hat Christian die Klasse gewechselt. Ich verbringe die Abende zwar trotzdem oft noch mit Leuten aus meiner Klasse und fahre mindestens einmal pro Schulwoche auch zu Christian nach Hause, ist aber nicht dasselbe.

Jetzt trifft es mich Abends ziemlich heftig. Obwohl ich meine Freizeit immer als hohes Gut angesehen habe. Die letzten Beiden Wochen waren besonders schlimm…
Ich liege im Hotel auf dem Bett, schaue an drei Abenden eine ganze Staffel Scrubs oder eine Folge Angry Video Game Nerd nach der anderen und denke: „Hier läuft was falsch! Du solltest nicht hier sein und deine Zeit vertrödeln! Du solltest zu hause sein, deinen Sohn ins Bett bringen, deine Frau in den Arm nehmen… du solltest zu Hause sein!“

Sollte ich doch anfangen zu pendeln? Jeden Tag vier Stunden Autofahren? Jetzt im Winter?

Keine gute Idee … keine Lösung.

Und so bleibt die Heimfahrt jeden Freitag was Schönes. Und der Kleine kriegt nen dicken Schmatz, sobald ich zur Tür reinkomme.

Ab nach Hause!

Playlist:
Inner Conflict – Nachhause
Descendents – Everything Sucks!
Samsas Traum – Oh Luna Mein

Gamelist:
StarOcean: The Last Hope – International (PS3)
Cthulhu Saves The World (PC)

The prices for these Games are too damn high!

Happy-Skyrim-Day!

Heute kommt der fünfte Teil der Elder Scrolls Reihe raus, wie alle Rollenspiel-Nerd Kollegen natürlich schon wissen. Habe ich Interesse es zu spielen? Natürlich! Werde ich es mir bald kaufen? Natürlich nicht! Zwar hatte ich mit dem Vorgänger Oblivion ca. 80 Stunden meinen Spaß (ohne dabei den Hauptquest groß anzutasten – die Elder Scrolls Spiele arten echt in Arbeit aus, fast mehr als ein richtiger Job), aber der Preis, DER PREIS!!!

Eigentlich wollte ich jetzt darüber herziehen, dass es als aktuelles Game mit fast siebzig Öcken einfach zu teuer ist, habe aber gerade gesehen, dass es bei Amazon z.B. für fünfundfünfzig zu haben ist. Ist trotzdem ne Masse Holz, aber nicht so weit von den hundert Märkern entfernt, die Spiele quasi schon immer gekostet haben. Bei meiner momentan Arbeits- und Familiensituation ist so was aber trotzdem nicht drin. Was also tun? Abwarten und Tee trinken, bis man in jedem Elektronik-Markt die Game-of-the-Year-Edition mit allen Add-Ons für 20-30 Euro hinterher geworfen bekommt. Das mache ich mittlerweile schon seit Jahren so. Mit Oblivion, Fallout 3, Mass Effect 2 usw. war’s das gleiche. Entweder auf die reduzierten Versionen gewartet, oder einfach für noch weniger gebraucht gekauft.

Seit ich eine PlayStation 3 besitze (ebenfalls gebraucht), habe ich für genau zwei Spiele den vollen preis bezahlt, und zwar für Ressonance of Fate und Final Fantasy 13 (beides Japano-Rollenspiele). Final Fantasy musste ich als langjähriger Fan der Serie einfach sofort haben und hatte mir die Special Edition vorbestellt (und mir ein paar Tage Urlaub genommen, hähä). Auf meine Meinung zum Spiel mag ich jetzt hier nicht detailliert eingehen, sagen wir nur, ich hatte meinen Spaß damit, halte es aber für einen der schwächsten Teile der Serie. Ressonance of Fate dagegen war rausgeschmissenes Geld, da ich mit dem Titel einfach nicht warm werde. Liegt vielleicht an einem der beschissensten Tutorials der Spielgeschichte, aber das Kampf-System geht mir so was von gar nicht rein, und das ist bei dieser Art Spiele nun mal ein Dreh- und Angelpunkt.

Außerdem bin ich eine kleine Lusche und das Spiel ist mir einfach zu schwer. Das nehme ich auch als Anhaltspunkt, mich von Dark/Demons Souls gaaanz weit fernzuhalten. Wenn ich so richtig aufs Maul bekommen will, stecke ich lieber Super Probotector (Contra 3) oder Super Castlevania 4 in mein SNES, oder spiele ne Runde Earthworm Jim.

Neustes Futter für meine PS3 ist der vierte Star Ocean Teil. Costa quanta? Siebzehn Euro, wohoo.
Hab zwar erst so neun Stunden investiert, aber es scheint mir ein absolut klassisches JRPG mit moderner Optik zu sein. Flache Anime-Charaktere, hanebüchene Story, spaßiges Kampfsystem und dann KÄMPFE KÄMPFE KÄMPFE. Also genau das, was ich wollte und auch mal dringend wieder brauchte, nachdem in den letzten Monaten Dragon Age:Origins (noch mal Danke an Christian ;-) ) und Mass Effect 2 (geilor!) meine ganze Spielzeit aufgesaugt haben.

Playlist:
Samsas Traum – Heiliges Herz
Dead Kennedys – Frankenchrist
Inner Conflict – Anschlusstreffer

A Musical Trip Down Memory Lane!

Olis Kommentar zu meinem ersten Eintrag hier, dass Musik ebenso gut als Tor in die Vergangenheit funktioniert, wie Brettspiele von anno Tabak, hat einen Impuls ausgelöst, ein paar alter Scheiben auszukramen, durchzuhören und darüber ein bisschen zu schwafeln.

Also folgt nun genau das:


Slime – Alle Gegen Alle

Das Einzige (und meiner Meinung nach mit der „Schweineherbst“ auch das Beste) Album von Slime, dass ich besitze. Habe ich mit meiner ersten Lebensabschnittsgefährtin bei einem Besuch in Dortmund gekauft. Zusammen mit einer Bondage-Hose. Puh, waren die fies und das Ding hat sich zum Glück schon lange in seine Einzelteile aufgelöst.
Die Cd aber habe ich noch und die kann auch nach all der Zeit noch einiges. Meine damalige Freundin fand sie scheiße und wollte, wieder bei ihr daheim angekommen, lieber kuscheln, während ich den Rest des Tages mit „Linke Spießer“ mitgröhlen und Bier trinken verplant hatte…


Kapitulation B.o.N.n. – Blut

Mit dieser Band kam ich in Berührung, weil sich der erste und zeitweise einzige Punk in meinem Kuhdorf (jedenfalls war er der erste, der sich einen Iro schneiden ließ, und damals war für uns Iro + gammelige Klamotten = Punk) diese Cd im Müller mitgehen ließ … hat er jedenfalls behauptet, und da er einen Iro hatte, stellte niemand seine Street Credibility in Frage.
Irgendwann war er dann mal zum Übernachten in meinem damaligen Kellerdomizil und brachte die Blut mit, die dann den Abend über, mangels Alternativen, da ich damals nur mit den Ärzten hätte dienen können, auf Repeat lief.
Für viele sind Kap. Bonn (den dummen Namen schreibe ich nicht noch mal aus) die weniger schlimmen BUMS, mir geht dieses Album (mit meiner Nostalgie-Brille auf der Nase, bzw. in diesem Fall auf den Ohren) aber gut rein. In den 90-Jahren war Deutschpunk zu Recht ein Schimpfwort, und dafür haben Kap. Bonn ihre Sache gut gemacht.


Schleim Keim – Abfallprodukte der Gesellschaft

Yeah, mit den anderen verlotterten Gestalten rummgameln in Frankfurt auf der Zeil. Rauchen, Passanten anschnorren, nervige Hunde, Dosenbier, Japaner die Geld für ein paar Fotos springen ließen (kein Rassismus hier, dieses Klischee wurde wirklich oft bedient) und im Kasi liefen Schleim-Keim. Those were the days … zu viele Geschichten, um jetzt hier gezielt was auszusuchen… wobei, vielleicht doch die, von der genialen Cover-Band, die Hannes und ich eines Abends im Vollsuff gegründet hatten, und passenderweise Komasaufen bis zum Verlust der Muttersprache Nr. 7 nannten. Wir verbrachten einen ganzen Tag mit dem Umdichten von Punk-Hits. Beginnend mit „Lederallergie“ von WTZ, aus dem wir „Latexallergie“ machten, über den Cotzbrocken Super-Hit „KZ“, aus dem bei uns „In’s Bett“ wurde, bis zu „Pfleger bedroh’n Omis Leben“, gesungen zur engelsgleichen Melodie von Schleim-Keims „Schläger bedrohn unser Leben“

Dass sah dann so aus:

„Meine Omi ist nackt im Park spaziert
Ein Pfleger kam und hat`se kassiert
Er steckte sie ins Sterbeheim
Da geht die Omi schneller ein

Ref: Pfleger bedroh`n Omis Leben! (4x)

Omi will flieh`n, doch weiß nicht wie
Den Sprung über die Mauer schafft sie nie
Und jetzt ist sie im Leichenhaus
Da kommt die Omi nie mehr raus

Ref: Pfleger bedroh`n Omis Leben! (4x)

Der Tag endete um 6 Uhr morgens mit Fischstäbchen (damals war ich noch ein fieser Karnivore) auf dem Teller und Power Rangers im Fernseher.

Außer dem erstellen einer Internetseite, haben wir aber nie was mit der Band gemacht.

More to come …